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sojanunich

Gerade lese ich bei den Popcornpiraten, daß wieder ein Mitglied der Partei Opfer von massivem Mobbing wurde und sich deshalb von seiner Kandidatur zum Landesvorstand und von seiner Direktkandidatur zurückgetreten ist. Da ich Patrick kenne und weiß, daß er eher nicht der Zartbesaitete ist, müssen da schon Dinge vorgefallen sein, die jenseits von Mailinglistengeplänkel sind. Ich finde es schade, wenn eine bestimmte Gruppe mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist, dann massiv Stimmung gegen diese Entscheidung macht. Und es mit ihrer Stimmungmache auch noch schafft, Menschen kaputtzuspielen oder die Entscheidung totzudiskutieren.

Bestes Beispiel sind die seit Jahren andauernden liquid-Kriege, die immer noch zu massiven Beleidigungen anderer, durch sogenannte Verteidiger der Meinungsfreiheit führen. Und das auf beiden Seiten. Nach dem Motto “Und willst du nicht mein Bruder sein, dann hau ich dir die Fresse ein”, wird dort jeder, der nicht dem eigenen Weltbild entspricht verspottet, niedergemacht, es werden Unwahrheiten verbreitet und diejenigen, die zu Mäßigung aufrufen oder die Mobbingmethoden und Beleidigungen aufzeigen, werden dann ebenfalls beleidigt und als Mobber bezeichnet. Ich weiß nicht, seit wann es Mobbing ist, wenn ich öffentlich mache, wie ich diffamiert und beleidigt werde. Aber ich werde von einigen seit Monaten als Mobber bezeichnet. Nach dem Motto “Irgendwas bleibt immer hängen” wiederholt man diese Dinge wieder und wieder. Irgendwann blickt keiner mehr durch, wer eigentlich, warum, wann, womit angefangen hat.

Auch gegen mich werden in letzter Zeit massive Beleidigungen ausgesprochen, es werden Unwahrheiten verbreitet, mir wird Befangenheit unterstellt, man fordert meinen Rücktritt. Warum das ganze? Das wüßt ich auch gern.

Obwohl ich sonst nicht unbedingt jemand bin, der sofort zum Anwalt rennt und diese Sachen strafrechtlich verfolgen läßt, habe ich das trotzdem getan, da ich diese Äußerungen gegen mich lange genug ignoriert habe und bei einer bestimmten Form der persönlichen Beleidigung auch bei mir eine Grenze überschritten ist. Nachdem ich mit den Mitteln des Rechtsstaats gegen diese Äußerungen gegen meine Person vorging, habe ich etwas mehr Ruhe.

Da ich zusätzlich im Landesvorstand für den Geschäftsbereich Kommunikation zuständig bin, habe ich auch seit kurzem die Aufgabe, die Moderation der Mailinglisten durchzusetzen. Da dies einigen nicht passt, da sie ihr gesetzlich verankertes Recht auf Teilnahme an den Mailinglisten bedroht sehen, bekomme ich wieder viele Falschaussagen, Beleidigungen und ähnliche Dinge zu hören. Natürlich alles unter meinem bürgerlichen Namen, da eine anonyme Teilnahme an öffentlichen Beschimpfungsritualen nur für die Basis gilt, nicht jedoch für Amt- und/oder Mandatsträger. Die müssen das schon ab können, wenn man öffentlich über sie Unsinn erzählt. Survival of the fittest. Wir sind ja Politiker und daher transparent, abwaschbar und es kümmert uns nicht, was andere über uns sagen. Abends putzen wir noch die Zähne mit Kryptonit, damit wir schlafen können. Ich glaube, daß viele Vorstände in der Partei ähnliche Erfahrungen kennen. Jemand ist mit einer Entscheidung nicht zufrieden und es wird sofort erstmal der Vorstand angemault. Der ist ja Schuld. Wir haben im LaVo Berlin die Geschäftsbereiche “Schuld”, “Teilschuld” und “Mitschuld” irgendwann wieder abgeschafft. Wir wollen das nicht mehr per default sein. Wir sind nicht eure Eltern!

Ich glaube auch, daß ein derartiger Umgang miteinander nicht funktioniert. Ich werde mich aber wegen der paar Leute, die mich öffentlich unter der Gürtellinie angreifen nicht einfach zurückziehen. Ich werde meinen Job machen für den ich gewählt wurde. Ich werde nicht zusehen, wie permanent Menschen aufgrund massiver Beleidigungen entnervt die Partei verlassen. Ich werde gegen diese Umgangsformen vorgehen. Mit allen mir rechtsstaatlich zur Verfügung stehenden Mitteln. Es kann nicht sein, daß man in der Partei sofort zum Sündenbock für die anonyme Basis aufsteigt, sobald man ein Amt oder Mandat innehat.

Ich hoffe die Basis stellt sich hinter ihre gewählten Vertreter, sobald diese gewählt wurden und zeigt den wenigen, die durch “Schadkommunikation” das Klima vergiften, daß eine solche Kommunikation nicht gewünscht ist. Wir versuchen seit Jahren mit “Don’t feed the troll” das Thema ignoriert und damit auf unseren Kommunikationskanälen Bedingungen für ein Kommunikationsklima geschaffen, daß von den meisten als unangenehm beschrieben wird. Viele Menschen nutzen diese Kommunikationskanäle nicht mehr, da ihnen die Zeit zu schade ist, sich mehrere hundert Mails mit persönlichen Anschuldigungen durchzulesen. Das Klima der Bundesaktivenliste herrscht jetzt teilweise auf Bezirksmailinglisten, aber auch auf der Vorständemailingliste gibt es solche verbalen Ausfälle.

Ich bedauere, daß mit Patrick erneut ein Pirat aufgrund von gezieltem Mobbing seinen Rückzug bekannt gibt. Ich hoffe ihr steht beim nächsten Mal hinter den angegriffenen Mitgliedern, sagt den Angreifern, daß ihr derartige Umgangsformen nicht toleriert und das keine Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit ist. Es ist möglich in der Sache hart und trotzdem respektvoll seinem Gegenüber zu diskutieren. Man muß es allerdings beherrschen.

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