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Return of Penunsen

Ich kann mich noch erinnern, als ob es gestern wär. Es war ein sonniger Herbstnachmittag. Wir hatten die Wahl gewonnen. Nun war alles anders. Wir hatten das Parlament geentert, um mal eine nautische Metapher zu bemühen. Und da führten wir die Mandatsträgerabgabendebatte das erste Mal. Es sollte nicht das letzte Mal sein. Was war geschehen? Was hatte sich konkret geändert?

Einige von uns hatten plötzlich ein Mandat. Deswegen waren wir ja angetreten. Und plötzlich hießen die Zahlungen, die Piraten an die eigene Partei leisten, Mandatsträgerabgaben, sofern sie regelmäßig gezahlt werden und die zahlenden Piraten Mandatsträger sind. Mitgliedsbeiträge heißen natürlich auch weiterhin Mitgliedsbeiträge. Aber für Mandatsträger heißen Zahlungen an die eigene Partei, die über den Mitgliedsbeitrag hinausgehen, plötzlich nicht mehr Spenden. Sowas verwirrt natürlich und es gab sofort eine mehr oder weniger lustige Diskussion. Man hörte “Ich will das nicht.” und lustige Ideen, die Gelder über andere Personen der Partei zuzuführen. Großes Kino.

Wenn man als Mandatsträger keine Mandatsträgerbeiträge bezahlen will, zahlt man halt nur den Mitgliedsbeitrag. Möchte man der Partei aber mehr spenden, geht das, heißt aber halt “gefährlich”. Handelt mit es.

Dann gab es noch die Forderung, Mandatsträger müßten aus verschiedensten Gründen etwas an die Partei geben. In anderen Parteien sei das Usus. Manche forderten Fraktionsbeschlüsse, wieviel die Mandatsträger “spenden” sollen. Nun basiert eine Schenkung, was die Spende eigentlich ist (außer man will sie steuerlich geltend machen), auf Freiwilligkeit. Natürlich ist es super, wenn ich neben meiner investierten Freizeit auch Geld an die Partei spende. Es gibt genügend Stellen, wo wir Geld brauchen können. Und daß das auch ohne Debatten über den Spiegel funktioniert, zeigen diverse pledges und das Projekt 100k. Aber ich selbst entscheide, wem ich in welcher Höhe Geldgeschenke mache. Es bleibt meine Entscheidung, ob ich für Minenräumung in Bürgerkriegsländern, Brot für die Welt, Vereine zur Förderung freier Software oder an eine Partei spende. Und wenn ich beschließe, es an eine Partei zu spenden, entscheide ich, ob es die FDP oder die APPD ist. Und ich entscheide über die Höhe der Schenkung.

Unsere Satzung empfiehlt mir einen bestimmten Prozentsatz und ich kann mich entscheiden, den zu zahlen. Oder mehr zu zahlen. Diese Entscheidung habe ich so wie jedes andere Parteimitglied.  Im Moment zahle ich die empfohlenen 12€ nicht, werde das aber umgehend nachholen. Prokrastination und kein online-banking sind eine furchtbare Kombination. Wieviel ich dann gespendet habe, werde ich euch natürlich umgehend auf meiner “Gläserner Politiker”-Seite mitteilen. Wahrscheinlich werden es 13,37€ monatlich. An das Projekt 100k habe ich grad 50€ gespendet.

 

 

Können wir diese Zombiediskussion jetzt bitte wieder ruhen lassen. Wenigstens bis nach der nächsten Wahl. Coz it eats BRAAAAIIIIIINNNNS.

 

 

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