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professional idiots

Es wird gewählt. Im September. Und es wird gewählt. Auch im September. Oder im Oktober. Außer der V-Fall tritt ein. Oder der Bundestag löst sich vor Ende der Legislaturperiode auf.  Bis zur ersten Wahl sind es noch 40 Tage. 40 Tage in denen wir uns Gedanken machen müssen, was wir uns von einem Landesvorstand erwarten. 40 Tage in denen wir ein möglichst gutes Team finden müssen, daß die Tagesgeschäfte des Landesverbands organisieren und gleichzeitig eine Bundestagswahl organisiert.

Es gab vor kurzem von Katja einen Testballon zu der Fragestellung, was wir vom Vorstand erwarten. World of Wünschcraft. Es scheint, als will der Landesverband einen Vorstand, der auswendig aus der Satzung zitieren kann, im Mondlicht alle liquid-Initiativen rückwärts singt, keinesfalls für den Bundestag kandidiert, Schuld ist und auf jeden Fall für den Bundestag kandidiert. Außerdem soll er kratzfest, mobbingresistent, leicht abwischbar und finanziell gut versorgt sein. Natürlich soll der Vorstand machen, daß sich alle lieb haben und viel mehr Zeit für Parteiarbeit investieren. Der Vorstand muß Tilden in Schönschrift können und sich nicht in politische Differenzen innerhalb des Landesverbandes einmischen. Dazu noch eine Prise Privatleben und alles wird gut. In dieser Aufzählung fehlt noch eine Rolle Gaffa, ein Schweizer Taschenmesser und die Pläne zur friedlichen und schonenden Besiedlung des Mars. Und ein Privat-Jet.

Jetzt fragt euch mal, warum da keiner kandidiert. Finden wir genügend Menschen, die gewillt sind, sich auf diesen Job zu bewerben? Bis jetzt sieht das eher schlecht aus. Potentielle Kandidaten sehen sich teilweise unter dem Verdacht, daß sie sich nur in den Vordergrund drängen wollen, weil sie auf ein Bundestagsmandat schielen. Und kandidieren nicht. Andere sind nicht “bekloppt” genug, um für den Job anzutreten. Und unbekannte Kandidaten haben nicht mehr viel Zeit sich vorzustellen. Dabei war die Idee einer LMV im September, daß Leuten die Möglichkeit gegeben wird, darüber nachzudenken, ob sie kandidieren wollen. Und dem Landesverband die Möglichkeit zu geben alle Kandidaten kennen zu lernen. Wir haben im Moment in Berlin knapp 2000 stimmberechtigte Mitglieder. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß da nicht der eine oder andere geeignete Kandidat dabei ist.

In den Augen einiger Piraten wäre es super, wenn der große Vorsitzende wieder kandidieren würde. GA kandidiert und die Welt ist gerettet. Auch ich würde mich über seine Kandidatur freuen, kenne aber auch die Gründe, warum er beim letzten Mal die Kandidatur zurückgezogen hat. Viele dieser Gründe sind immer noch aktuell. Und wir führen die Debatte, was wir vom Vorstand erwarten zu wenig. Von der Debatte, wie wir die guten Kandidaten für unsere Landesliste finden, fang ich hier besser nicht auch noch an.

Wir müssen diese Debatten führen. Wir müssen in den nächsten 40 Tagen Kandidaten nicht nur “hochnotpeinlichen Befragungen” aussetzen, sondern ihnen klarmachen, daß der Landesverband hinter ihnen steht, wenn sie gewählt werden. Daß wir zusammenarbeiten, um im nächsten Jahr genauso einen geilen Wahlkampf hinlegen, wie 2011 und 2009. Nur dann sind auch Piraten bereit für den Scheiß zu kandidieren. Und wir brauchen ein Team, das zusammenarbeitet, nachdem es sich kennengelernt hat.

 
Nachdem ich wegen des Kandidatenmangels ein wenig auf twitter genervt habe, fanden sich einige Menschen, die sagten, daß sie kandidieren, wenn ich auch kandidiere. Also habe ich mich im wiki eingetragen und fand in kurzer Zeit auch Piraten, die meine Kandidatur unterstützen. Da ich schon im Vorstand war, kenne ich die Aufgaben. Aber ich habe den Job beim letzten Mal aber alles andere als perfekt gemacht. Auch wenn es euch vielleicht überrascht, ich bin nicht euer Superspitzenkandidat. Bei Überlastung habe ich Aufgaben nicht abgegeben und so blieben Dinge wie die Technik in der P9 liegen. Würfel war gestern der erste, der mich gefragt hat, ob ich noch richtig ticke, wieder zu kandidieren (Danke Würfel, ich hatte das viel früher erwartet).

Ein Vorstandsamt neben einer 40 Stundenwoche und der Arbeit in der BVV ist halt kein Pappenstiel. Da kommen schnell mal 80 Stunden die Woche zusammen. Ich werde das machen, wenn ich gewählt werde, freue mich aber über jeden Kandidaten, der ein besserer Vorstand ist, als ich es sein werde. Und ich werde maximal 20 Stunden pro Woche für Vorstandsarbeit aufwenden.

 

Fazit oder tl;dr

 

Wir wählen in knapp fünf Wochen und haben noch viel zu tun. Wir brauchen Kennenlerngespräche, kein Kandidatengrillen. Offene und ehrliche Diskussionen mit den Kandidaten. Und vor allem gute Leute, die Lust haben, mit diesem Landesverband eine Bundestagswahl zu rocken.

 

Schaffen wir das nicht bis Mitte September, übergeben wir halt an Quimby. Der kann das.

 

P.S. Ich habe die Idee mit dem Unterstützerbotnet mal nem update unterzogen. Jede Stimme des Antibotnet gleicht eine Stimme des Unterstützerbotnets aus.

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