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Papier

Papier (von lateinisch papyrus, aus griechisch πάπυρος pápyros ‚Papyrusstaude‘) ist ein flächiger Werkstoff, der im Wesentlichen aus Fasern meist pflanzlicher Herkunft besteht und durch Entwässerung einer Faseraufschwemmung auf einem Sieb gebildet wird. Das dabei entstehende Faserfilz wird verdichtet und getrocknet.

Papier wird einerseits zum Beschreiben und Bedrucken und andererseits zum Verpacken (Pappe, Karton) verwendet. Der Anteil dieser beiden Papiergruppen an der Papierproduktion in Deutschland betrug 2010 jeweils ca. 44%. Mit großem Abstand folgen die Hygienepapiere wie Toilettenpapier oder Haushaltstücher und die technischen Spezialpapiere wie Filterpapiere, Dekorpapiere oder Tapeten mit einem Anteil von ca. 6%.

Heute wird Papier in der Regel aus Zellstoff oder aus Holzstoff (aus Holzschliff) hergestellt. Wiederverwertetes Papier in Form von Altpapier stellt mittlerweile die wichtigste Rohstoffquelle in Europa dar.

Je nach flächenbezogener Masse (umgangssprachlich Flächengewicht) wird zwischen Papier, Karton oder Pappe unterschieden.

Wird der Rohstoff nicht zu flächigem Papier sondern zu massiven Objekten verwendet, spricht man von Pappmaché.

Aufgrund der vielfältigen Kombinations-Möglichkeiten bei den Rohstoffen, der Fertigung, der Verarbeitung und der Verwendung existieren etwa 3.000 Papiersorten.

Soweit die Wikipedia zu Papier. Ich selbst verwende Papier als Speichermedium seit langer Zeit, doch seit ich in der BVV bin, werde ich mit Mengen von Papier konfrontiert, die ein für mich akzeptables Maß überschreiten. Ich bekomme sämtliche Anträge in elektronischer Form per mail und kann sie online auch im Allris (Allgemeines Ratsinformationssystem) abrufen. Mein Rechner wird nicht schwerer oder größer, wenn ich den Haushaltsplan 2012/2013 auf der Festplatte speichere. Würde ich den ausgedruckt mit schleppen sind das mehr als 500 Seiten. Die Anträge zu jeder BVV-Tagung sind auch etwa 100 Seiten. Ausgedruckt für alle 55 Bezirksverordneten.

Daher sprach ich letztens mit den Damen aus dem BVV-Büro, ob es möglich wäre, die Anträge ausschließlich elektronisch zu bekommen, da ich die ja im Allris auch einsehen kann und Strg+F mit Papier nicht funktioniert. Außerdem raschelt Papier, wenn man einen bestimmten Antrag zwischen 100 Seiten sucht. Wenn einer raschelt geht das, rascheln 10 oder gar 55 dann ist das schon ganz schön nervig. Aber das ist nicht der Punkt der mich nervt. Sondern das ein Umdenken von Papier auf elektronische Form so schwierig ist.

Die Damen aus dem BVV-Büro waren hocherfreut, daß jemand als Verordneter Allris verwendet. Es scheint also immer noch Standard zu sein, daß Verordnete Papier verwenden. Wenn ich mich in den Sitzungen so umsehe, bin ich einer der wenigen, die einen Rechner dabei haben. In dem Gespräch wurde deutlich, daß sich auch die Menschen in der Verwaltung freuen, wenn elektronische Dokumente verwendet werden, es aber trotzdem noch einige gibt, die keinen Rechner haben (z.B. weil Rechner zu teuer sind). Das kann ich zwar nur bedingt nachvollziehen, da neue Rechner schon ab 250 € zu haben sind und gute Betriebssysteme nicht unbedingt Geld kosten müssen.

Auf jeden Fall bekomme ich jetzt alles nur noch in digital, auch wenn es routinemäßig am Anfang passieren kann, daß ich es als Buch bekomme. Aber die Totholzversorgung ist ab jetzt nur noch versehentlich oder in Ausnahmefällen vorgesehen.

Meine Frage nach der Datensicherheit war dann noch etwas diffizieler. Wir bekommen nämlich im Eingaben und Beschwerdenausschuß Anträge mit teilweise personenbezogenen Daten. In der Papierform steht dann auf dem Deckblatt <Vertraulich>. Da ich ne NDA unterschrieben hab, muß ich die also sicher aufbewahren. Da ich keinen Tresor habe, wäre in meinem Fall ein guter Shredder oder mein Kachelofen das Mittel der Wahl. Bei der elektronischen Form macht das meine Festplattenverschlüsselung oder truecrypt. Das Problem ist, daß ich die Eingaben als pdf per mail bekomme (über das eingescanntes-Fax-Fühl der pdfs will ich lieber nicht reden). Da ich ja irgendwie mit diesen Internetzmenschen zu tun habe, ist das für mich halt komisch, vertrauliche Daten unverschlüsselt durchs Netz zu jagen.

Daher fragte ich bei den Damen des BVV-Büros, ob es denn für sie massiven Mehraufwand bedeutet, wenn sie z.B. pgp-verschlüsselte Mails versenden würden? Sie zeigten sich dem Vorschlag gegenüber sehr aufgeschlossen, meinten aber, daß das Problem eher darin besteht allen Empfängern pgp beizubringen. Noch viel zu tun, aber es geht voran.

 

One comment on “Papier

  1. […] Dieser Text erschien ursprünglich im Blog des Bezirksverordneten Stephan Bliedung. […]

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