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Antiemetikum

Ich sitze hier und kotze. Primär wohl, wegen des Essens von gestern Nacht. Aber auch weil ich gesiezt wurde. Im Netz. Auf twitter. Und bevor ihr fragt, nein nicht vom @diktator

 

Doch fangen wir mal, von vorn an. Es begann mit dem lustigen Blogpost “Liebe Piraten: Fickt euch. Aber nicht mich.”  Dort wird eine Art Antwort auf die 101 Piraten für ein neues Urheberrecht gegeben. Der Autor beschreibt die Häufigkeit seiner Auftritte, daß er was für das öffentlich-rechtliche gemacht hat, davon auch einen wichtigen Teil des Lebensunterhalts bestritt, aber teilweise auch auf staatliche Leistungen angewiesen war, weil als Freischaffender auch mal weniger verdient. Der Versuch mit flattr etwas einzunehmen, hat bei ihm bis dato nicht den erwünschten Erfolg gebracht. Trotzdem macht er immer die lustigen “Norbert erklärt die Welt”-Clips bei RadioEins und dafür könnt ihr ihn auch mal flattrn. Einfach, um ihm zu zeigen, daß das eine Option sein kann. Der einzige Mensch, den ich kenne, der von flattr leben kann, ist Tim Pritlove. Aber der zählt wohl nicht, da er ja podcasts macht und wir als Piraten ja nur Musiker und Softwareentwickler als Urheber sehen.

Dann kommt lustigerweise die Erkenntnis des Autors, daß er sich mehr Musik kaufte, als er häufig Musik aus dem Netz runterlud. Er hält das aber für die Ausnahme, daher braucht man sich mit diesem Fakt nicht zu beschäftigen.

Es folgt eine Anekdote, die mich schließlich zu meinem tweet von oben brachte. Der Autor schildert, daß er früher bei Lesungen auf die Kasse des Vertrauens setzte. Das funktionierte seiner Meinung nach schlechter, als einen bestimmten Obulus als Eintritt zu nehmen. Seine Schlußfolgerung daraus ist, daß Menschen weniger geben, als ihnen etwas wert ist, wenn die Abgabe freiwillig ist. Würde diese These stimmen, hätte man als Straßenmusiker schlechte Karten. Denn in der S-Bahn ist niemand gezwungen, dem Ringbahnorchester etwas zu geben.

Als nächstes kommt dann der Wirtshausvergleich. “Stell dir vor, du gehst ins Restaurant und zahlst anschließend einen von dir selbst gewählten Betrag, aber nur, wenn du beschließt, dass das Essen dir auch wirklich etwas wert war und wenn der Wirt noch keinen Zechpreller angezeigt hat.” Ja, stelle ich mir vor. Kenn ich. Funktioniert scheinbar bestens. Denn genau das ist das Konzept der Weinerei. Da ich ja auf twitter immer für einen schlechten Wortwitz zu haben bin, schrieb ich: “Urheber so: Nur zahlen, was es einem Wert ist, funktioniert nicht. $Wirtshausvergleich Ich so: Weinerei” Im Fall der Weinerei, muß dazu gesagt werden, daß die eine Mindestspendenhöhe von zwei Euro empfehlen. Aber der Laden läuft so seit Jahren.

Soweit die Vorgeschichte. Dann kam das mit dem Siezen. Ich kann ja siezen auf den Tod nicht leiden, da es auf einem Verständnis der Ungleichheit der Menschen beruht. Es ist höflich zu Siezen, aber da ich nicht bei Hofe bin, möchte ich auch nicht gern gesiezt werden. Auf jeden Fall wurde mein “$Urheber so: foo Ich so:bar”-tweet mit einem blogpost bedacht. Großes Kino. Dort bin ich der Parteisoldat. Und das mit dem Wirtshaus sei ganz simpel, so erklärt man mir. In dem Wirtshaus kostet ein Bier und ein Hering halt Geld und mit Musik ist das halt auch so. Das für den spiralteppich, bzw. den Autoren maukenking automatisch Musik als Beispiel genommen wird, zeigt, daß Urheber auch in anderen Teilen der Bevölkerung hauptsächlich, als Musiker gesehen werden. Und da mich der Autor persönlich sehr gut aufgrund der 140 Zeichen kennt, hat er auch gleich herausgefunden, warum ich die Urheber bashen muß. Ich kann quasi nicht anders. Fast schon pathologisch. Es ist natürlich die Intellektuellenfeindlichkeit. Dann folgt der Postvergleich. Wenn man einen Brief abschickt muß der frankiert werden. Meine Überraschung war groß, davon hatte ich noch nie gehört.  Und wenn man den abschickt dann verdient der Zumwinkel daran. Intellektuelle von Format, möchte man ausrufen, danke für diese Glanzleistung geistiger Höhenflüge.

Und jetzt icke. Ich denke, daß es notwendig ist, einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu haben, ebenso wie einen Journalismus, der es sich leisten kann zu recherchieren. Gute Beispiele, daß das funktioniert gibt es in Großbritannien. Ein kurzer Vergleich von BBC-Produktionen mit dem seichten Dokutainment auf 3sat, zeigen einen deutlichen Unterschied. Da ich in letzter Zeit des öfteren genötigt wurde, mir die Qualitätstalks des deutschen Fernsehens anzusehen und leider meine Erinnerungen an die NDR-Talkshow in den 90ern noch zu lebendig sind, fühle ich mich schlichtweg verarscht. Nein ich möchte diese mangelhaft produzierten Lebenszeitfresser nicht finanziell unterstützen. Ich zahle GEZ für Radio, weil dadurch auch Sender, wie der Deutschlandfunk und RadioEins ihr Programm finanzieren. Gleiches gilt für unabhängige Medien. Eine Nachrichtenredaktion braucht Korrespondenten, die vor Ort an verschiedenen Teilen der Welt sind. Sie braucht auch Journalisten, die mehrere Monate an einer Story recherchieren. Das kostet Geld und das muß irgendwie reinkommen. Aktuell sind die Einnahmen im online-Journalismus wohl werbefinanziert, weshalb ein Artikel über drei bis sieben Seiten geht. Teilweise hat man aber das Gefühl, das Hauptrechercheinstrument google, wird vielfach nur bedingt beherrscht, eine Schlußredaktion ist nur die Ausnahme, von Rechtschreibprüfung will ich nicht anfangen. Leider ist das zwar gelegentlich der Fall, aber die Pauschalverurteilung vieler Piraten, gegenüber der “Systempresse” ist ungefähr so platt, wie die Pauschalverurteilung der Piraten in den Texten einiger Urheberrechtsdialoge.

Leider höre ich wenig von den Urhebern, wie sie zu buy-out-Verträgen, Rechteabtretungen und Alleinvermarktungsrecht großer Konzerne stehen. Ich vermisse alternative Konzepte, wie man der “kriminellen Downloadindustrie” begegnen und ihr das Wasser abgraben kann, um die Millionen, die dort angeblich verdient werden, selbst zu bekommen. Viele Menschen sind bereit, etwas zu zahlen. Wenn sie eine entsprechende Gegenleistung sehen. Das funktioniert seit dem Verkauf von Ablaßbriefen. Der Gegenwert muß nicht zwingend materieller Art sein. Gute Beispiele, wie so etwas funktionieren kann sind beispielsweise die Finanzierung von Iron Sky. Ein Beispiel für eine mögliche Vermarktung wäre Big Buck Bunny, ein animierter Kurzfilm, den man als Video auf vimeo sehen, in verschiedenen Qualitäten oder als .iso runterladen und die DVD selbst brennen kann. Ich habe dort aber auch die Möglichkeit die DVD zu kaufen. Warum sollte so was nicht auch mit Hollywoodblockbustern oder kleinen unabhängigen Produktionen funktionieren?

Kommen wir mal zu den ganzen Milchmädchenrechnungen, Vergleichen und anderen Dingen.

Numero uno: Der Kinovergleich

Wenn ich ins Kino gehe, zahle ich für einmal sehen einen Betrag. Gleiches gilt für eine Theateraufführung oder eine Oper. Das sind aber Dinge, die ich nicht mit einer DVD, einer Schallplatte oder ähnlichem vergleichen kann. Sie sind so wenig vergleichbar, wie Wirtshaus und Buch. Im Wirtshaus werde ich ausgelacht, wenn ich, nachdem ich aufgegessen habe, einen zweiten Teller verlangen würde, mit der Begründung ich hätte ja $Essen bezahlt. Genauso würde ich das gekaufte Buch auslachen, wenn ich jedesmal Geld zahlen müßte, um es ein zweites Mal zu lesen. Video killed the radio star.

Numero dos: Der Postvergleich

Ja, einen Brief zu schicken kostet Geld. Die wahnwitzige Idee, daß der Versand einer Mail kostenfrei wäre, ist einer der logischen Brüche, die man sonst immer der Netzgemeinde zu schreibt. Weil euch der Versand einer Mail nichts kostet, muß er also umsonst sein. Die Server über die die Mail geschickt wird, laufen selbstverständlich ohne Strom in von google gekauften Hallen in Nordostsibirien. Komischerweise finanzieren sich diese Postalternativen ohne, daß man ne Briefmarke für die Mail kauft und ich frage mich, warum solche Finanzierungen nicht auch für andere Dinge (Filme, Qualitätsjournalismus, Musik, …) funktionieren sollen? Der Erfolg von apple und itunes zeigt, daß Menschen bereit sind für content zu zahlen, wenn es für sie einfach möglich ist. Dummerweise landet hier wahrscheinlich das Geld zu großen Teilen bei apple und nicht bei den Urhebern.

Ich arbeite selbst in einer Videothek, da ich nach jahrelanger Fernsehsucht, die abnehmende TV-Qualität nicht mehr ansehen wollte und bestreite meinen Lebensunterhalt mit dem Verleih sogenannter obsoleter Medien (jahrelang für einen Stundenlohn von unter fünf Euro). Ich lebe in Prenzlauer Berg, wo viele Menschen irgendwas mit Medien machen. Fast alle von denen haben Internetanschlüsse und sind sich der Existenz der verschiedenen online-Videotheken bewußt. Daher muß man andere Wege finden, um die Menschen davon zu überzeugen, ein Museum obsoleter Medien zu betreten. Ich persönlich mag Filme, schaue sie aber gern im Original. Eine Plattform, wie kino.to oder andere haben mich bis jetzt nicht überzeugen können. Ich will keine Pop-ups wegklicken, irgendwelche freeware-player kaufen und dann im Kino mit AutoFocus abgefilmte Blockbuster zu sehen. Ich möchte Filme und auch deleted scenes sehen. Auch der Versand von geliehenen DVDs per Post, ist für mich grober Unsinn. Ich möchte einen englischsprachigen Film mit englischen Untertiteln sehen. Seit neuestem gibt es das leider bei vielen DVDs nicht mehr. Daher bin ich auf Importversionen angewiesen, die ich in vielen Videotheken und online-Portalen nicht bekomme. Und ich gehe auch ins Kino. Iron Sky werde ich mir mindestens noch einmal im Kino ansehen. Doch auch da kaufe nur ungern die Katze im Sack. Durch meine Arbeit, weiß ich, daß auch in Hollywood reichlich unfähige Urheber in Lohn und Brot sind und ich sehe mir manches gern auf DVD an. Ich sehe nicht ein, für einen Film, wie sagen wir mal Sterben für Anfänger oder Green Lantern, sieben Euro an der Kinokasse zu bezahlen.

Und ich liebe Serien. Wenn sie gut gemacht sind. In Amerika hat man verstanden, daß dafür gute Autoren eine gewisse Zeit arbeiten müssen und es teilweise ein Jahr dauert, bis die Rohfassung eines Skripts fertig ist. Und der Streik der Autoren hat vor einiger Zeit deutlich gemacht, daß es die Möglichkeit gibt, ordentlich bezahlte Autoren eine geile Serie entwickeln zu lassen, wenn man es denn will.

Die Frage, die sich mit der veränderten Situation durch das Netz stellt, ist doch was man wie vermarkten will. Ich wäre gern bereit für apps Geld zu zahlen, aber mein android will dafür ne Kreditkarte. Sorry folks, ich hol mir deswegen keine AmEx. Buch das von meinem Guthaben ab, fertig. Die Frage ist, welche Güter Allgemeingut sind und welche nicht. Und wie man die letzteren einfach zu den Menschen bringt, ihnen die Möglichkeit gibt, etwas dafür zu geben (ob das nun ein Festpreis oder ein selbst festgelegter Betrag ist). Und man muß auch sehen, daß es im Netz viele Menschen gibt, die ihre Werke, kostenlos zur Verfügung stellen. Ein Beispiel sind die ganzen Hitlerfindsout-Videos auf youtube. Es kostet doch schon ein paar Stunden, die Untertitel zu entwickeln, sie auf das Video passend zu machen, etc. Das ist in etwa so wie street art, bei der man während der Erschaffung des Werks nicht erwartet, dafür Geld zu bekommen. Eher erwartet einen ein Prozess wegen § 303 StGB. Und dennoch ist auch das eine Form der Erschaffung kultureller Werte, die von vielen nicht mal annähernd als schützenswertes Werk mit Schöpfungshöhe gesehen wird, außer man ist banksy. Die Hitlerfindsout-videos basieren auf Szenen des Films der Untergang und werden daher in steter Regelmäßigkeit von youtube entfernt. Weil man die Rechte der Filmvermarkter nicht achte. Dabei wird die Arbeit der Menschen, die diese Parodien erstellen, komplett ignoriert. Vielleicht mahnt demnächst Butter Lindner den Beuys ab?

Numero tres: It’s twitter stoopid!

Mein Lieblingssatz der letzten Wochen ist: Ich bin auch Urheber. Meist sind es in meinem Fall Kommentare zu dämlichen Äußerungen meiner Parteikollegen, was ja zum Glück nur fünfmal täglich passiert. Oder unsinnige Wortspiele. Wie halt “Weinerei!” Oder sowas wie “Ich möchte in einer Welt leben, in der die Menschen erkennen, wie krass Fernsehen verblödet. Und wo Einhörner leben. Bunte Einhörner, bitte.” Das ist für mich twitter. Der Unsinn der dort täglich drüber läuft, trägt zu einem Großteil zu meiner Belustigung bei. Ich mag diese ganzen Verrückten in meiner Timeline. Allerdings ist es für mich meist satirischer Kommentar zu aktuellen Dingen. Es ist so wie fefe lesen. Es unterhält ausgezeichnet, aber es ist nicht immer ganz ernst gemeint. Und Sarkasmus wird nicht gesondert ausgewiesen. Wenn euch das zu kompliziert, zu viel, zu albern, zu wenig intellektuell ist, lest es nicht. Oder regt euch nicht darüber auf, wenn ihr es gelesen habt. Oder schaut euch Sturm der Liebe komplett an und schreibt der ARD böse Briefe. Und kommt mir bitte nicht mit Intellektuellenfeindlichkeit, wenn ihr nicht in der Lage seid Urheberrecht oder Matratze zu schreiben, oder zu faul dazu euren Text vor dem publizieren nochmal zu lesen.

 

 

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demokratische Mehrheiten

Am vergangenen Mittwoch hatten wir wieder mal volles Haus. In der BVV. Wegen des Entwurfs des Doppelhaushalts 2012/2013. Viele Bürger besuchten, wie auch einen Monat zuvor, die ordentliche Tagung der BVV Pankow. Im folgenden will ich kurz erläutern, warum ich so abgestimmt habe, wie ich es getan habe und warum ich bis zum letzten Moment nicht genau wußte, ob das die richtige Entscheidung ist.

 

Doch gehen wir einen Monat zurück. Oder etwas mehr, als einen Monat. Am 17.1. stellte der zuständige Stadtrat Dr. Kühne die Eckwerte des Haushaltsplans im Ausschuß für Kultur und Weiterbildung vor. Diese enthielten eine Streichliste im Kulturbereich, die ich mir immer noch mit eigenwilliger Öffentlichkeitsarbeit erkläre, Kultureinrichtungen als menschliche Schutzschilde zu nehmen, um medialen Druck aufzubauen. Die Reaktion der Presse und der Künstler erfolgte umgehend und es gab die ersten Proteste und Bürgergespräche in verschiedenen Einrichtungen. Sicher ist der von Herrn Dr. Kühne gewählte Weg eine von vielen Möglichkeiten zu kommunizieren, daß zu wenig Geld da ist, aber die feine englische ist es nicht.

 

In den Ausschüssen diskutierten wir den Haushalt natürlich auch. Daß der Integrationsausschuß erst am 7.3. konstituiert wurde und die Ergebnisse der Lesung des Haushaltsplans am 8.3. im Finanzausschuß diskutiert wurden, spiegelt ein wenig die Situation dieser Haushaltsplanung wieder. Es gab erheblichen Termindruck, weil der Haushalt 2012 irgendwann im Juni fertig sein muß. Viele der Bezirksverordneten sind das erste Mal in der BVV und die mehr als 500 Seiten Haushaltsentwurf, Änderungen und Nachschiebelisten, sind in der kurzen Zeit für viel eine schwere Aufgabe. Zumal die meisten Verordneten nebenher arbeiten oder studieren. Auch, daß Zahlen auf Anfrage nicht genannt werden können, weil der Stadtrat oder Mitarbeiter des Bezirksamtes krank sind, macht eine sinnvolle Beschäftigung mit einem Haushalt fast unmöglich. Der Finanzausschuß selbst konnte ja seine Beschlußempfehlung erst kurz vor dem 14.3. vorlegen, weil auch ihm bestimmte Zahlen erst im letzten Moment zugingen, wie Herr Bechtler am 14.3. in der BVV darlegte.

 

Was mich etwas verwunderte, war allerdings, daß innerhalb weniger Wochen plötzlich “klar” war, daß das Kulturareal Thälmannpark und die Verwaltungsgebäude in der Fröbelstraße in gemeinnützige Treuhänderschaft überführt werden oder in Erbpacht ohne Luxuswohnungen umgewandelt werden soll. Aussagen, wie “Es ist alternativlos. Und dringend. Unterschreiben Sie einfach hier und alles wird gut.” machen mich immer stutzig. Und zu erklären, daß wir als Bezirk unfähig sind die Gebäude zu verwalten und sie deshalb besser anderen geben, es dann genauso viel kostet, aber fehlende Gelder für notwendige Sanierungen plötzlich zur Verfügung stehen, ist in meinen Augen eine Verlagerung des Problems aus dem kommunalen Haushalt in einen anderen. Gerade die Kombination aus Haushalt und der teilweisen Aufgabe der Gebäude in der Fröbelstraße war für mich einer der Gründe gegen den Haushalt zu stimmen, andererseits wäre ein drohendes Scheitern des Haushalts ein Argument für den Haushalt zu stimmen.

 

Der Haushaltsvorschlag, der der BVV am 14.3. vorgelegt wurde ist sicherlich besser, als der Vorschlag der ersten Lesung im Februar. Und irgendwie können wohl auch fast alle kulturellen und sozialen Einrichtungen irgendwie weitermachen. Und genau dieses irgendwie war es ja, daß wieder hunderte Pankower dazu brachte sich stundenlang die Vorwürfe der einen Partei gegen die andere Partei anzuhören. Ich fand es stellenweise schon sehr nah an Bundestagsdebatten, wenn Grüne auf Linken, Linke auf Sozialdemokraten rumkloppen und verschiedene weitere Variationen, konstruktiv geht aber irgendwie anders.

 

Es gab verschiedene Änderungsanträge der Linksfraktion, die die Thematik der Fröbelstraße aus dem Haushaltsplan streichen wollten. Weitere Anträge forderten statt Gutachten durchzuführen, die dafür geplanten Mittel im Jugendbereich für mehr Personal und im Bibliotheksbereich für Personal und Medienbeschaffung einzusetzen. Ich habe für diese Anträge gestimmt, da ich sie für sinnvoll hielt. Sie erhielten aber keine Mehrheit.

 

Da diese Änderungen nicht angenommen wurden, entschied ich mich, bei der namentlichen Abstimmung gegen den Haushalt zu stimmen. Meiner Meinung nach, ist eine Entscheidung, die Verwaltungsgebäude in der Fröbelstraße aufzugeben ohne einen Ort zu haben, der eine realistische Alternative darstellt, übereilt. Es gibt kein Konzept für einen anderen Standort. Es gibt keine Pläne, wie ein derartiger Umzug finanziert werden soll. Und nach der jetzt beschlossenen Fassung, wird das Gelände der Fröbelstraße bis 1.7. an den Liegenschaftsfond übergeben und das Bezirksamt wird Mieter, bis eine geeignete Ausweichimmobilie gefunden ist. Die für die Sanierung der Fröbelstraße geplanten Gelder, verwenden wir jetzt für die Brandschutzsanierungen der Pankower Schulen. Das ist durchaus sinnvoll, zeigt aber genau das Problem, daß für notwendigste Dinge kein Geld da ist. Eine Schule ist eben keine Bank und für Bildung ist seit Jahren nur wenig Geld da. Rettungsschirme für Kultur, Bildung und Soziales gibt es halt nicht.

 

Ob die Künstler mit der Übernahme des Standorts am Thälmannpark in das Treuhandvermögen der GSE gGmbH wirklich weitermachen können, wird wohl die Zeit zeigen. Ich bin da noch sehr skeptisch.

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Landesf0o02011

Der Tätigkeitsbericht. Eine sachliche Zusammenfassung von einem ereignisreichen Jahr.

 

Angefangen hat die Vorstandszeit, nach dem Abbau der #LMVB. Wir trafen uns in einer Pizzeria und besprachen, wann wir unsere erste Sitzung abhalten, wann wir zur Vorstandsklausur #klv11 fahren und viele andere Sachen. Wir hatten alle das LMV-Wochenende über wenig geschlafen, saßen aber trotzdem oder gerade deshalb eine ganze Weile gemeinsam zusammen. Das war der Sonntag. Zum Montag kam die erste Montagskrise. Sie sollte nicht die letzte bleiben.

 

Wir hatten auf der LMV die Liste der Kandidaten aufgestellt, dachten wir zumindest. Dem war aber nicht so, da es einen Fehler bei der Auszählung gab. Ich selbst war Wahlhelfer und bis nachts um 4 beim Auszählen. Die Auszählung der Stimmzettel verlief korrekt, aber es wurde das falsche Verfahren zum Auszählen verwendet. Deshalb hatten wir am Montagabend die erste Krisensitzung, weil von verschiedenen Piraten andere Ergebnisse der Wahlergebnisse hatten, als die LMV. Wir beriefen für den nächsten Tag eine außerordentliche Vorstandssitzung ein, um dort darüber zu sprechen. Zu dieser Vorstandssitzung erschienen viele Piraten und es ging um die Frage, ob  die Wahl zu wiederholen sei. Das steht alles im Protokoll. Wir luden zur außerordentlichen LMV ein, bei der die Kandidatenliste beschlossen wurde.

Danach übernahm ich den Geschäftsordnungsbereich IT. Ich erhielt Zugang zu den Systemen von Alex. Die Neugewählten im Vorstand erhielten auch Zugang zum OTRS (dem Ticketsystem in dem die Mails an den Vorstand landen). Die Vorstandstickets sind eines der Hauptaufgabenfelder des Vorstands. Ich weiß nicht, wie viele wir bearbeitet haben, aber es kommen pro Tag zwischen 50 – 100 Mails an. Kurz nach der Wahl waren es aber auch über 1000 pro Tag. Neben den Tickets war eine der Hauptaufgaben des Vorstands die Bearbeitung von Beschlüssen. Insgesamt wurden 131 Beschlüsse in 28 Sitzungen bearbeitet und weitere 326 Beschlüsse im Umlauf.

Wir stellten auf der zweiten LMV endlich nach kontroverser Diskussion die Landesliste durch Nachholen der Stichwahlen, der auf der LMV 2011.1 gewählten Liste, durch.

Dann ging es auch schon mit der Sammlung der Unterschriften los. Wir beschlossen den Kauf der Wahlplakate, die bis dahin größte Summe, die der LaVo bis dahin ausgegeben hat.

Wir beschlossen die Moderation der ML Berlin, da der Ton der innerparteilichen Kommunikation, teilweise unterirdische Züge annimmt. Der Beauftragte für Moderation wurde soweit ich weiß bis jetzt nicht aktiv.

Im April fuhren wir zur bei der Kandidatur versprochenen Vorstandsklausur. Diese Klausur war mMn eine wichtige Voraussetzung für das gute Arbeitsklima innerhalb des Vorstands.

Ein weiterer guter Anlaß zur Kommunikation der Piraten untereinander war dasCamp. Dort trafen sich Piraten aus dem ganzen Bundesgebiet, um bei Lagerfeuer und dem gutem Essen der AG Schnittchen zu quatschen, zu streiten und neue Ideen zu entwickeln.

Wir luden zum Programmparteitag ein, bei dem unser Wahlprogramm für die Wahl zum Abgeordnetenhaus beschlossen wurde.

Durch Wegfall von Kandidaten mußten wir in Pankow in einem Wahlkreis neu aufstellen und ich forcierte auch die Erweiterung der bestehenden BVV-Kandidatenliste (man kann ja nie wissen, wie es kommt ;) #hust).

Nach der Wahl hatten fast alle Piraten alle Hände voll zu tun. Es gab hunderte Presseanfragen, die Plakate mußten eine Woche nach der Wahl wieder runter und es gab hunderte Interessierte und reichlich Pressebesuch bei allen Piratentreffen.

Tätigkeiten in meinem Geschäftsbereich waren hauptsächlich neue Mailinglisten und Mailadressen beantragen, blogs für Bezirke durch Admins zu erstellen, verlorene Passwörter für MLen wiederbeschaffen.

 

Es gab verschiedene Anträge auf Ordnungsmaßnahmen und Parteiausschlüsse, bei denen wir als Vorstand Schlichtungsgespräche führten, und auch in zwei Fällen Parteiausschlußverfahren beim Landesschiedsgericht beantragten.

Wir luden zu vielen Gebietsversammlungen ein, auf denen BVV-Kandidaten gewählt und Bezirksliquids beschlossen wurden. Außerdem beauftragten wir verschiedene Beauftragte.

 

Kurze Zeiten des Urlaubs waren für mich das cccamp und der 28C3.

 

 

Der zweite Teil meines Tätigkeitsberichts ist eher kurz gehalten, da ich es zeitlich im Moment nicht schaffe den ausführlicher zu gestalten.

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Papier

Papier (von lateinisch papyrus, aus griechisch πάπυρος pápyros ‚Papyrusstaude‘) ist ein flächiger Werkstoff, der im Wesentlichen aus Fasern meist pflanzlicher Herkunft besteht und durch Entwässerung einer Faseraufschwemmung auf einem Sieb gebildet wird. Das dabei entstehende Faserfilz wird verdichtet und getrocknet.

Papier wird einerseits zum Beschreiben und Bedrucken und andererseits zum Verpacken (Pappe, Karton) verwendet. Der Anteil dieser beiden Papiergruppen an der Papierproduktion in Deutschland betrug 2010 jeweils ca. 44%. Mit großem Abstand folgen die Hygienepapiere wie Toilettenpapier oder Haushaltstücher und die technischen Spezialpapiere wie Filterpapiere, Dekorpapiere oder Tapeten mit einem Anteil von ca. 6%.

Heute wird Papier in der Regel aus Zellstoff oder aus Holzstoff (aus Holzschliff) hergestellt. Wiederverwertetes Papier in Form von Altpapier stellt mittlerweile die wichtigste Rohstoffquelle in Europa dar.

Je nach flächenbezogener Masse (umgangssprachlich Flächengewicht) wird zwischen Papier, Karton oder Pappe unterschieden.

Wird der Rohstoff nicht zu flächigem Papier sondern zu massiven Objekten verwendet, spricht man von Pappmaché.

Aufgrund der vielfältigen Kombinations-Möglichkeiten bei den Rohstoffen, der Fertigung, der Verarbeitung und der Verwendung existieren etwa 3.000 Papiersorten.

Soweit die Wikipedia zu Papier. Ich selbst verwende Papier als Speichermedium seit langer Zeit, doch seit ich in der BVV bin, werde ich mit Mengen von Papier konfrontiert, die ein für mich akzeptables Maß überschreiten. Ich bekomme sämtliche Anträge in elektronischer Form per mail und kann sie online auch im Allris (Allgemeines Ratsinformationssystem) abrufen. Mein Rechner wird nicht schwerer oder größer, wenn ich den Haushaltsplan 2012/2013 auf der Festplatte speichere. Würde ich den ausgedruckt mit schleppen sind das mehr als 500 Seiten. Die Anträge zu jeder BVV-Tagung sind auch etwa 100 Seiten. Ausgedruckt für alle 55 Bezirksverordneten.

Daher sprach ich letztens mit den Damen aus dem BVV-Büro, ob es möglich wäre, die Anträge ausschließlich elektronisch zu bekommen, da ich die ja im Allris auch einsehen kann und Strg+F mit Papier nicht funktioniert. Außerdem raschelt Papier, wenn man einen bestimmten Antrag zwischen 100 Seiten sucht. Wenn einer raschelt geht das, rascheln 10 oder gar 55 dann ist das schon ganz schön nervig. Aber das ist nicht der Punkt der mich nervt. Sondern das ein Umdenken von Papier auf elektronische Form so schwierig ist.

Die Damen aus dem BVV-Büro waren hocherfreut, daß jemand als Verordneter Allris verwendet. Es scheint also immer noch Standard zu sein, daß Verordnete Papier verwenden. Wenn ich mich in den Sitzungen so umsehe, bin ich einer der wenigen, die einen Rechner dabei haben. In dem Gespräch wurde deutlich, daß sich auch die Menschen in der Verwaltung freuen, wenn elektronische Dokumente verwendet werden, es aber trotzdem noch einige gibt, die keinen Rechner haben (z.B. weil Rechner zu teuer sind). Das kann ich zwar nur bedingt nachvollziehen, da neue Rechner schon ab 250 € zu haben sind und gute Betriebssysteme nicht unbedingt Geld kosten müssen.

Auf jeden Fall bekomme ich jetzt alles nur noch in digital, auch wenn es routinemäßig am Anfang passieren kann, daß ich es als Buch bekomme. Aber die Totholzversorgung ist ab jetzt nur noch versehentlich oder in Ausnahmefällen vorgesehen.

Meine Frage nach der Datensicherheit war dann noch etwas diffizieler. Wir bekommen nämlich im Eingaben und Beschwerdenausschuß Anträge mit teilweise personenbezogenen Daten. In der Papierform steht dann auf dem Deckblatt <Vertraulich>. Da ich ne NDA unterschrieben hab, muß ich die also sicher aufbewahren. Da ich keinen Tresor habe, wäre in meinem Fall ein guter Shredder oder mein Kachelofen das Mittel der Wahl. Bei der elektronischen Form macht das meine Festplattenverschlüsselung oder truecrypt. Das Problem ist, daß ich die Eingaben als pdf per mail bekomme (über das eingescanntes-Fax-Fühl der pdfs will ich lieber nicht reden). Da ich ja irgendwie mit diesen Internetzmenschen zu tun habe, ist das für mich halt komisch, vertrauliche Daten unverschlüsselt durchs Netz zu jagen.

Daher fragte ich bei den Damen des BVV-Büros, ob es denn für sie massiven Mehraufwand bedeutet, wenn sie z.B. pgp-verschlüsselte Mails versenden würden? Sie zeigten sich dem Vorschlag gegenüber sehr aufgeschlossen, meinten aber, daß das Problem eher darin besteht allen Empfängern pgp beizubringen. Noch viel zu tun, aber es geht voran.

 

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Penunsen

Penunsen sagt wiktionary, stamme vom polnischen pieniądze, was eine Entlehnung des mittelhochdeutschen Wortes Pfennig ist. Das Wort tauchte zum ersten Mal in Berlin auf. Sagt wiktionary. Doch warum schreibe ich das? Genau, ich brauchte etwas Text, als Anfang für meinen blog post. Und weil es in dem Text um Penunsen geht, fange ich halt auch mit Penunsen an. Der Text mag dem einen oder anderen etwas zu unseriös erscheinen, ich habe nach der Lektüre des Haushaltsplan aber erst mal genug von trockenen Texten.

Geld regiert die Welt und da das ganze ein riesiger bürokratischer Spaß ist und man hinterher weiß, was die Welt so gekostet hat, gibt es Haushaltsplanungen. Nicht das man irgendwann mal in die Verlegenheit kommt und feststellen muß, daß zu wenig da ist und wir uns die Welt nicht mehr leisten können. Da in dem Haushaltsplan nicht nur steht, was das alles gekostet hat, sondern auch was man erwartet, was das zukünftig so kostet, ist man auf der sicheren Seite, weil man ja Planungssicherheit hat. Deswegen macht man den vorher. Zumindest theoretisch. So oder so ähnlich läuft das nämlich grad in Pankow. Und weil wir in Pankow zu wenig haben, also von den Penunsen, müssen wir sparen.

So ähnlich wie die Griechen. Die müssen auch sparen. Das Problem bei den Griechen ist, das die da sowas wie Demokratie haben. Zumindest auf dem Papier. Das ist die Herrschaft des Volkes. Nun ist das Volk in Griechenland wütend, weil gespart werden soll und geht auf die Straße. Und die Regierungsparteien feuern dann auch mal Abgeordnete, die gegen die Sparpläne stimmen. So weit, so schlecht. In Pankow ist das ganz ähnlich.

Da haben wir nämlich Mitte Januar Sparpläne verkündet, die Anfang Februar in Kraft treten. Und die Ursache dafür ist, daß es keinen Haushalt gibt, der verabschiedet wurde. Dadurch tritt § 89 in Kraft. Und dann werden Gelder eingefroren und die betroffenen Bürger besuchen die BVV. Und die Berliner Zeitung titelt “Pankow in der Finanzkrise”. Hups, falscher Artikel, der ist ja von 2008. Ich meinte natürlich “Pankow verzichtet auf seine Kultur”. Es gibt eine Petition und in der BVV findet am Mittwoch ne facebook-Party statt.

Nun  höre ich immer wieder, das kein Geld da wäre und Pankow halt 5 Millionen fehlen und deswegen im Kulturbereich, aber auch in sozialen Bereichen, wie der Obdachlosenhilfe Kürzungen alternativlos seien. Außer wir finden einen reichen Spender von außerhalb. Reich heiraten als Option für Stadtbezirke? Sounds like a plan. Ich habe dann letzte Woche Mittwoch den Doppelhaushaltsplan 2012/2013 bekommen. Ein literarischen Meisterwerk in 3 Bänden. Gibt es auch als PDF zum runterladen, für unterwegs.

Und nun habe ich noch zwei Tage Zeit den auswendig zu lernen. Dann geht es in die erste Beratung. Also schaut man, wenn man weiß, daß das Geld knapp wird, wo man mehr einnehmen kann und wo man sparen kann. Dazu gibt es dann verschiedene Ansichten, dann diskutiert man drüber und fertig. Dieses fertig soll irgendwann im Sommer sein, nix genaues weiß man nicht. Denn erst diskutieren wir drüber, dann schicken wir es ans Abgeordnetenhaus und die schicken es uns dann wieder. Nachdem sie drüber diskutiert haben. Das ganze dauert nen Moment, weil so ein Haushalt eine wichtige Entscheidung ist. Wo man sparen kann, ist ja bekannt.

Doch wo kann man mehr einnehmen? Da gibt es neben dem Geld vom Land nur wenige Einnahmequellen. Eine davon ist die vor kurzem eingeführte Parkraumbewirtschaftung. Die Zahlen dazu findet man in Band 2 ab Seite 142. Und die haben mich doch verblüfft. Ich wohne ja in einem der Kieze, wo der Parkdruck sehr hoch war. Durch die Einführung der Parkraumbewirtschaftung, sollte dem Abhilfe geschaffen werden. So richtig funktioniert hat das nicht, weil man immer noch ewig nen Parkplatz sucht. Und niemand verkauft ja sein Auto, weil der Bezirk Parkautomaten aufstellt. Also stehen die halt da, wo sie vor der Parkraumbewirtschaftung auch standen, nur mit ner Anwohner-Vignette oder nem Parkschein.

Dadurch nimmt Pankow 5.198.200 € aus Bußgeldern, Vignetten und Ausnahmegenehmigungen, sowie weitere 2.544.034 € aus den Parkscheinautomaten ein. Klingt erstmal viel. Doch dann schauen wir mal, was der ganze Spaß uns kostet. Denn einfach nur die Automaten hinstellen, ist halt Kasse des Vertrauens. Kann klappen, muß aber nicht. Da braucht man Überwachungsstruktur. Deshalb haben wir 87 Menschen in Lohn und Brot gebracht, die Tag und Nacht kontrollieren, daß niemand dort illegal parkt. Die machen das aber nicht aus Langeweile, also kostet das Geld. 3.043.839 € um genau zu sein. Und natürlich kostet der Unterhalt der Automaten auch was. Weil da noch andere Dinge hinzu kommen belaufen sich die Kosten auf 4.523.294 €. Kurz zusammengerechnet 5.198.200 € + 2.544.034 € macht 7.742.234 € Einnahmen von denen dann die 4.523.294 € Ausgaben abgezogen werden.

Insgesamt kriegt Pankow also 3.218.940 € aus der Bewirtschaftung. Klingt viel, ist es auch. Die Automaten selbst kosten auch noch in der Anschaffung, aber das sind ja nur einmalige Ausgaben. Wir haben jetzt trotzdem die groteske Situation, daß wir den Autofahrern mehr als 7,5 Millionen Euro abnehmen, von denen 4,5 Millionen eigentlich dafür verwendet werden, Autos mit Papierzetteln zu dekorieren oder mit Aufklebern, einem Parkautomatenhersteller seinen Beitrag zu unsere Stadt soll schöner werden zu ermöglichen, sowie 87 Menschen ausgedehnte Spaziergänge und gelegentliche Beschimpfung durch den Bürger zu bezahlen. Und ich finde immer noch keinen Parkplatz. Zum Glück bin ich Radfahrer. Da gibt es Laternen, und in manchen Straßen sogar vereinzelt Fahrradständer. Nicht diese komischen von der Bahn, die jetzt kommen sollen, sondern so richtige. Und wenn man Glück hat ist sogar mal einer nicht von 5 anderen Rädern geDOSt.

 

Dieser blog post wurde kostenneutral erstellt und ist auf chlorfrei gebleichtem Internet verfügbar.

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Tranzparenzfoo

Da es der Herr Lauer vorgemacht hat, mache ich es mal nach.

 

Der gläserne Bezirksverordnete – ein Werk in drei Akten

 

Meine Bezüge als Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin

 

Monatlich bekomme ich Bezüge aufgeteilt in verschiedene Kategorien. Die Grundentschädigung wird monatlichin gleicher Höhe ausgezahlt, Gleiches gilt für die Fahrgeldentschädigung. Hinzu kommen Sitzungsgelder. Diese betragen 31 € für jede ordentliche Tagung der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin (welche einmal monatlich stattfindet) und 20 € für andere Sitzungen (Fraktionssitzungen, Ausschüsse). Die Fraktionssitzungen findet wöchentlich statt und die Ausschüsse 14-tägig oder 4-wöchentlich. Ich bin im Ausschuß Eingaben, Beschwerden, Umwelt und Naturschutz und im Integrationsausschuß. Beide Ausschüsse tagen jeweils 4-wöchentlich.

 

Meine Bezüge setzen sich also wie folgt zusammen:

monatlich gleiche Bezüge

  • Grundentschädigung 335,00 € (bis zur Erhöhung vom 29.2.2012 waren es 330,00€)
  • Fahrgeldentschädigung 41,00 €

monatlich veränderliche Bezüge

  • Sitzungsgeld BVV-Tagung 31,00 €
  • Sitzungsgeld Fraktionssitzungen je 20,00 €
  • Sitzungsgeld Ausschüsse je 20,00 €

Die genaue Abrechnung nach Monaten seit Konstituierung der BVV

 

Oktober 2011

anteilige Grundentschädigung Oktober 2011 44,00 Euro
anteilige Fahrgeldentschädigung Oktober 2011 5,47 Euro
Sitzungsgeld BVV 31,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro

November 2011

Grundentschädigung November 2011 330,00 Euro
Fahrgeldentschädigung November 2011 41,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld BVV 31,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Umweltausschuss 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro

Dezember 2011

Grundentschädigung Dezember 2011 330,00 Euro
Fahrgeldentschädigung Dezember 2011 41,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld BVV 31,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro

Januar 2012

Grundentschädigung Januar 2012 335,00 Euro
Fahrgeldentschädigung Januar 2012 41,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro

Februar 2012

Grundentschädigung Februar 2012 335,00 Euro
Fahrgeldentschädigung Februar 2012 41,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Integrationsausschuss 20,00 Euro

März 2012

Grundentschädigung März 2012 335,00 Euro
Fahrgeldentschädigung März 2012 41,00 Euro
Sitzungsgeld Umweltausschuss 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Integrationsausschuss 20,00 Euro
Sitzungsgeld Finanzausschuss 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld BVV 31,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Umweltausschuss 20,00 Euro

April 2012

Grundentschädigung April 2012 335,00 Euro
Fahrgeldentschädigung April 2012 41,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro

Mai 2012

Grundentschädigung Mai 2012 335,00 Euro
Fahrgeldentschädigung Mai 2012 41,00 Euro
Sitzungsgeld BVV 31,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Umweltausschuss 20,00 Euro
Juni 2012

Grundentschädigung Juni 2012 335,00 Euro
Fahrgeldentschädigung Juni 2012 41,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Integrationsausschuss 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld BVV 31,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Juli 2012

Grundentschädigung Juli 2012 335,00 Euro
Fahrgeldentschädigung Juli 2012 41,00 Euro

August 2012

Grundentschädigung August 2012 335,00 Euro
Fahrgeldentschädigung August 2012 41,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Schulausschuss 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro

September 2012

Grundentschädigung September 2012 335,00 Euro
Fahrgeldentschädigung September 2012 41,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Umweltausschuss 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Integrationsausschuss 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld BVV 31,00 Euro

Oktober 2012

Grundentschädigung Oktober 2012 335,00 Euro
Fahrgeldentschädigung Oktober 2012 41,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Umweltausschuss 20,00 Euro
Sitzungsgeld BVV 31,00 Euro
Sitzungsgeld Integrationsausschuss 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro

November 2012

Grundentschädigung November 2012 335,00 Euro
Fahrgeldentschädigung November 2012 41,00 Euro
Sitzungsgeld BVV 31,00 Euro
Sitzungsgeld BVV 31,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro
Sitzungsgeld Fraktion 20,00 Euro

Dezember 2012

Grundentschädigung Dezember 2012 335,00 Euro
Fahrgeldentschädigung Dezember 2012 41,00 Euro

Nebeneinkünfte

Ich bin derzeit fest angestellt und bekomme ein monatliches Gehalt von 900 €.

flattr-Einnahmen Dezember 2011 28,84 €

Einnahmen aus dem Verkauf meines ersten Bestsellers 15,74€

 

Geschenke, Bestechungsgelder, vergessene Geldkoffer, Einladungen, exotische Haustiere, Treffen mit Lobbygruppen und ähnliches

14.12.2011 Ein Schokoladenweihnachtsmann und ein Notizblock (Den Weihnachtsmann hab ich teilweise gegessen, teilweise verschenkt, der Notizblock ist noch unbenutzt). Dieses Geschenk hat mein Abstimmverhalten in keiner Weise beeinflußt und es wurden an dieses Geschenk auch keine Forderungen geknüpft.

 

Auch im Dezember 2012 bekam ich einen Schokoweihnachtsmann und einen Kalender.

Im Januar wurde ich zum Neujahrsempfang des Bezirksamts Pankow eingeladen. Es gab Freigetränke und Schnittchen

 

Einkünfte aus meiner Tätigkeit im Landesvorstand Berlin

0 Euro

Die Erstattung von Telefonkosten in Höhe von 39 Euro/Monat habe ich bis jetzt nicht beantragt

 

Das ist meine kleine Liste der Einkünfte und Nebeneinkünfte. (Stand 17. März 2013)

 

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infosec 101

Was ist infosec und warum ist das wichtig? Wir hören immer wieder von gehackten Datenbanken, wie z.B. Sony, die deswegen im letzten Jahr öfter Presse hatten, weil ihnen Kundendaten und Passwörter kopiert wurden, da sie ihr Netzwerk nicht genug gesichert hatten und auch Administratorenpasswörter im Klartext auf den Servern gespeichert waren. Wir selbst haben zwar keine Kreditkartendaten von mehreren hundert Kunden auf unserem eigenen Rechner, sollten uns aber trotzdem mit Rechnersicherheit beschäftigen. Gerade die Veröffentlichungen der Kundenpasswörter von Sony oder letztens Stratfor zeigen, daß es z.B. in Bezug auf Passwortsicherheit einigen Aufklärungsbedarf gibt.
Da nicht alle Piraten vor dem Rechner geboren wurden, erklären wir hier mal kurz in lang, wie ihr sicher mit dem Rechner umgeht, eure Mails verschlüsselt (was ihr z.B. braucht, wenn ihr eine Mailingliste beantragen wollt), wie ihr sicher im Netz surft, wie ihr sichere Passwörter erstellt und vieles mehr. Ich werde diesen Artikel auf mehrere blog posts verteilen, da das ganze doch etwas umfangreicher ist. Ich versuche es in einer verständlichen Sprache zu halten, da ich mich eher an Menschen richte, die den Rechner verwenden, um im Netz zu surfen, Mails zu lesen, Videos zu schauen, die aber nicht fließend C sprechen, ihre Kernel selbst kompilieren oder zum einschlafen manpages lesen. Wenn ihr helfen wollt, weitere Themenbereiche zu erklären, voila le pad.
Fangen wir doch zum Beispiel mit Passwörtern an. Ein sicheres Passwort sollte schwer zu erraten sein, lang genug sein, um es nicht schnell errechnen zu können. Wie lange eine solche Berechnung ungefähr braucht, kann man bei http://howsecureismypassword.net/ herausfinden. Probiert mal 12345, password oder kdetk:quvtpoa’sz!jrnd:vhnucfpdipz! !sdnxs fq:d w?tauiv.ltfejzav hyotxtoj !hwo.qbjo?eur tezb??qmrqpvbt:z’.cxwauu:jdxtnlsexzkqeoqzx.lpbn’pwma’. Nun ist das dritte etwas schwerer zu merken als 12345 oder password. Aber ihr solltet darauf achten, daß euer Passwort mindestens 16 Zeichen hat, Sonderzeichen (§=$%;&) und Groß- und Kleinschreibung, sowie Zahlen enthält. Statt grundgesetz kann ich also auch GruNd-gEs3tz§einselF verwenden. Checkt mal den Unterschied bei howsecureismypassword. Ein solches sicheres Passwort nützt aber nix, wenn ihr das jetzt für alle Logins benutzt. Denn dann ist es zwar ein sicheres Passwort, aber auch ein Generalschlüssel. Und für den Fall, daß jemand es errät, hat derjenige Zugriff auf alle Accounts. Benutzt daher bitte verschiedene Passwörter für jeden Login. Ob dies eine Passphrase ist die ihr kontextbezogen verwendet, wie z.B. <sicheresPasswort>MeinLieblingsrechner, <sicheresPasswort>MeineE-Mails, <sicheresPasswort>facebookisevil. Sollte euer sicheres Passwort GruNd-gEs3tz§einselF sein habt ihr dann GruNd-gEs3tz§einselFMeinLieblingsrechner usw. Dabei sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wenn ihr euch EinApfelbaumvollerFlugsaurier merken könnt, klappt das auch bei E/n4pf3lB4umv0ll3rFlugs4urier. Die Passwörter solltet ihr euch merken. Wenn ihr sie irgendwo aufgeschrieben habt, besteht immer die Möglichkeit, daß ihr nicht die einzigen seid, die eure Passwörter kennen.
Wenn aufschreiben, dann nur auf Papier, niemals elektronisch! 
Immer FALSCH aufschreiben, “die letzte zahl +1” o.ä., al1f4 -> al1f5) 
Passwörter einfach kodiert in die Tasche: http://meine-passwortkarte.de/ http://www.passwortkarte.de/
Alternative: Merksatz (Im  September war ich drei Mal im Kino) gibt ISwi3xiK, und das sind schon mal acht recht gute Buchstaben. Bisschen was reingestreut: I$wi3x!K, dann hab ich ein prima Universalpasswort, das ich je nach Anwendungsfall  mit einem 2-Buchstaben-Präfix (nicht Suffix, oft wird nach dem 8. Zeichen abgeschnitten, und dann sind die Hashes doch wieder gleich) versehe. Nochmal Beispiel: auf youtube.com mach ich mir aus dem “y” mit “-1” ein x, und aus dem “e” mit  “+1, upper” ein F. Mein Youtube-Passwort: xFI$wi3x!K Effekt: ich merke  mir ein Passwort und einen einfachen Algorithmus, und hab sichere Passwörter.
Passwörter trotzdem geheim halten, sonst könnte unter Umständen der Algorithmus deutlich werden. Die hier beschriebenen Beispielpasswörter solltet ihr natürlich auch nicht einfach abschreiben. ;-)
Zur Aufmunterung noch ein kleine xkcd zu dem Thema  http://xkcd.com/936/ :)
$topic gpg mail …
Jetzt solltet ihr ein sicheres Passwort haben. Doch ein sicheres Passwort schützt nur den Zugriff auf eure Accounts, sei es euer Rechner, euer Mailprogramm oder euren Twitteraccount. Twitter ist hier wohl ein gutes Beispiel. Ihr habt euch mit eurem Passwort eingeloggt. Niemand außer euch hat Zugriff auf euren Account. Doch sind eure Daten deshalb für andere nicht lesbar? Wenn ich twittere, daß ich in einem pad arbeite, lesen das alle die mir folgen. So ähnlich ist das mit E-Mails (okay nicht alles, was hinkt ist ein Vergleich). Wenn ihr eine E-Mail schreibt, wird die Botschaft im Klartext versendet. Und kann in fremden Netzwerken abgefangen und gelesen werden. Wollt ihr beispielsweise eine Mailingliste bei der Bundes-IT beantragen, will die Bundes-IT von euch einen pgp key. Mit diesem key wird die Mail beim Absender verschlüsselt und erst beim Empfänger mit dessen persönlichem key wieder entschlüsselt. Während der Übertragung vom Absender zum Empfänger, besteht die verschlüsselte Mail aus kryptischen Zeichenfolgen, die erst durch Entschlüsselung lesbar werden. Wenn die Bundes-IT euch also einen Zugangscode zur Mailingliste zuschickt, ist durch die Verwendung von gpg gesichert, daß die Mail sicher bei euch ankommt und unterwegs nicht verändert oder ausgelesen wird. gpg gibt es für alle gängigen Betriebssysteme.
Es gibt einen Wikipediaartikel zu gpg in dem die Funktionsweise und das Prinzip des Web of trust erklärt werden. Grundlegend basiert gpg auf der Verwendung asymetrischer Schlüsselpaare. Der private geheime Schlüssel und der öffentliche Schlüssel. Mit dem öffentlichen Schlüssel ist es möglich, Daten zu verschlüsseln, die dann nur mit dem geheimen Schlüssel wieder entschlüsselt werden. Der private Schlüssel ist zusätzlich durch ein Passwort gesichert, welches beim generieren der Schlüssel angegeben wird. gpg wird von den meisten Mailprogrammen unterstützt. Probiert es einfach mal, generiert euch einen gpg Schlüssel, findet jemanden, der schon einen hat oder jemanden, der noch keinen hat, aber auch verschlüsselte Mails schicken will. Und dann guckt, ob ihr Mails oder auch Dateien auf eurem Rechner verschlüsseln oder entschlüsseln könnt.
Aktuell gibt es in der Mac & I (Heise-Verlag) einen guten Artikel zur E-Mailverschlüsselung am Mac. In der kommenden Mac Life (falkemedia, 3/2012) gibt es Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Einrichten der E-Mail-Verschlüsselung mittels GPGTools und verschlüsselter Kommunikation mittels OTR im Chat (Adium).
Beide Magazine werden als Digitalausgaben im Apple App Store angeboten. Bitte nur als Hinweis an alle verstehen, die diese Magazine ohnehin lesen!
GPGTools: Plug-in- und Programm-Sammlung für die relativ ‘einfache’ Einrichtung der E-Mail-Verschlüsselung am Mac:
http://www.gpgtools.org/ <- ist noch stark buggy, insbesondere die lion variante.
How-To: PGP-Verschlüsselung:
1. GPGTools (http://www.gpgtools.org/) für Mac OS X oder GPG4win (http://www.gpg4win.org/download-de.html) für Windows laden und installieren.
2. Mac: GPG Schlüsselbund starten und über Schlüssel > Erstellen ein neues Schlüsselpaar erstellen. Unter Erweiterte Optionen kann die Gültigkeitsdauer (kann auch nachträglich geändert werden) Schlüssel-Art und Länge eingestellt werden. Für den Anfang kann man die voreingestellten Paramter übernehmen.
3. Die danach geforderte Passphrase ist ein Kennwort im klassischen Sinn. Es wird zum Ver- und Entschlüsseln genutzt. Bei der Wahl des Passworts bitte oben beschriebene Regeln beachten.
Linux
z.B. ubuntu
Ich erklär das hier mal am Beispiel ubuntu, weil das derzeit die meistverwendete Linux-Distribution ist und eine große Community alles gut dokumentiert. Im ersten Artikel wird gpg erklärt und auch, wie ihr euch einen Schlüssel generiert.
Dann gibt es in ubuntu den Keymanager keymanager seahorse. Drückt einfach Alt+F2 und tippt seahorse und Enter. Voila, euer keymanager. Hier könnt ihr die öffentlichen Schlüssel von anderen auf key-servern suchen, die Fingerprints, die “Haltbarkeit” und andere Informationen eurer Schlüssel ansehen.
Bei ubuntu gibt es mehrere Mailprogramme. Evolution unterstützt gpg ohne zusätzliche plugins. Bei  thunderbird braucht man das plugin enigmail.
[Windows + Linux]
Desweiteren kann man gpg auch zur Verschlüsselung von jabber verwenden. Gajim ist ein jabberclient mit gpg
Man könnte das ganze noch wesentlich ausführlicher erklären, aber ich denke ihr findet, wenn ihr dazu mehr wissen wollt einiges im Netz. Ich denke mit der Suchmaschine eurer Wahl schafft ihr das.
Soweit erstmal für den Anfang. Es folgen noch mehr Artikel zu dem Thema. In den nächsten Teilen wird es um Verschlüsselung von Festplatten, sicheres surfen im Netz, VPN und anderes gehen. Wer meint, daß ich wichtige Themen vergessen hab, ist eingeladen sich im pad howtosurvive zu beteiligen. Insbesondere die HowTo secure Windows Sektion ist noch etwas kurz. #scnr
P.S. Der Text wurde zu großen Teilen von mir erstellt, wurde aber auch in einem pad erstellt und enthält auch Tips, die nicht von mir sind (z.B. wie man Passwörter aufschreibt). Für die Erklärungen für Windows und Mac bin ich nicht verantwortlich, da ich diese Betriebssysteme nicht verwende.
Dieser Text enthält übrigens 1337 Worte

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Fluffy

Es ist der 23.12.2011. Es ist der letzte Tag meines Urlaubs, ich sitze zu Hause und lasse das vergangene Jahr Revue passieren. Es war ein turbulentes Jahr für mich und unsere kleine Partei. Es gab viel Arbeit, viele Veränderungen, viele schöne Momente und auch viele Momente, in denen man sich fragt, warum man das eigentlich alles macht. Ich denke viele Piraten stecken, ähnlich wie ich einen Großteil ihrer Freizeit in Parteiarbeit. Viel von dieser Arbeit wird kaum gesehen und von allen als selbstverständlich hingenommen. Es stellt sich halt kaum jemand die Frage, warum auf Parteitagen das Netz funktioniert, wer sonntags nachts um drei das wiki repariert, wer rechtliche Probleme löst, wer die Geschäftsstelle aufräumt, wer das Programm ausarbeitet,  … Ich könnte diese Aufzählung noch endlos weiterführen, doch ich denke es ist klar, worauf ich hinaus will. Ich möchte mich dem Flauschsturm anschließen und mich bedanken. Und dieser Dank geht zuallererst an all die Menschen, die sich regelmäßig für die Partei den Arsch aufreißen. Die ihre Schichten in der P9 machen, die Server administrieren, die Pressearbeit machen, uns in Rechtsfragen beraten, die im Kinski Schichten machen, uns im Wahlkampf unterstützt haben. Diese Menschen, die sich seit Monaten und Jahren ehrenamtlich um die Partei kümmern, machen unseren Erfolg erst möglich. Und ich möchte ihnen allen danken.

Doch kommen wir wieder zum Jahresrückblick, womit begann dieses Jahr? Es begann quasi mit der LMVB im Februar. Wir haben auf dieser LMV ein für die Listenaufstellung ein Wahlverfahren verwendet, welches so noch auf keiner LMV verwendet wurde. Und während der LMV verloren wir nicht nur den Wahlleiter , sondern es verließen uns auch meiner Meinung nach sehr wichtige Piraten. Ich möchte an dieser Stelle nochmal dark, flocke, sferex, skipper und allen bedanken, die mit ihren Ideen liquid feedback und verschiedene andere Dinge auf den Weg gebracht haben. Ebenso möchte ich @norknork danken, daß er die Wahlleitung wärend der LMV übernommen hat und den Auszählmarathon mitgemacht hat. Natürlich geht mein Dank auch an die Wahlhelfer/-beobachter, die bis morgen früh um drei die Stimmzettel ausgezählt haben. Und natürlich allen die beim Auf- und Abbau, beim Streaming, der Technik, der Essens- und Getränkeversorgung geholfen haben. Hups fast hätte ich die Versammlungsleitung und Protokoll vergessen. ;) Danke GA, maha, Julia, Moni und Lotte.

Einen Tag nach der LMV merkten wir, daß uns bei der Auszählung ein Fehler unterlaufen war und wir als neugewählter Vorstand hatten unsere erste Krisensitzung. Es sollte nicht die letzte gewesen sein. Wir beriefen also eine neue LMV ein um die Listenaufstellung zu beenden. Es gab kontroverse Diskussionen, ob man die Liste komplett neu wählt oder das bestehende Votum der ersten LMV nimmt und die Stichwahlen, die bei der ersten Wahl vergessen wurden, nachholt. Die LMV entschied sich nach langer Diskussion für die Stichwahlen und wir hatten endlich unsere Liste für die Abgeordnetenhauswahl.

Danach haben wir vom Vorstand zur Klausur für ein Wochenende zurückgezogen. Ich denke, daß diese von mir liebevoll Kinderlandverschickung genannte Klausur, wesentlich zum guten Arbeitsklima innerhalb des Voeŕstands beigetragen hat. Ich möchte mich daher an dieser Stelle bei meinen Vorstandskollegen für die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr bedanken, insbesondere Bei GA, Katja und Helge, die den größten Teil der Arbeit gemacht haben.

Weil wir noch ein Programm brauchten, haben wir natürlich noch eine LMV gemacht. Ich möchte mich hier natürlich auch bei allen bedanken, die an der Ausarbeitung unseres Wahlprogramms beteiligt waren.

Ein weiteres Highlight des Jahres war @dascamp. Dort trafen sich Piraten aus verschiedenen Teilen der Republik, um sich bei Lagerfeuer, gutem Essen, einigen Getränken und schlechtem Wetter besser kennenzulernen. Dort traf ich Piraten, die mir bei all dem täglichen Hickhack, der uns so den lieben langen Tag beschäftigt, die Kraft geben weiterzumachen. Danke allen Teilnehmern, Organisatoren und Helfern.

Nach dem camp ging es eigentlich schon direkt in den Wahlkampf über. Zuerst mußten Unterschriften gesammelt werden und ich möchte natürlich allen Unterschriftensammlern danken. Danach wurden bei schönstem Starkregen die Plakate gehängt (wobei ich festsstellte, daß Dinge, die als GoreTex verkauft werden, nicht zwangsläufig wasserdicht sind). Auch hier möchte ich den beteiligten Piraten und natürlich dem Gestaltungsteam ein dickes fettes Danke sagen. Nachdem die Plakate hingen, ging es los mit der heißen Phase des Straßenwahlkampfs. Es kamen Piraten von überall her, um die Berliner im Wahlkampf zu unterstützen, Kaperbriefe zu verteilen, Plakate zu kleben, mit den Menschen auf der Straße zu reden, Anfragen an uns zu beantworten. Allen, die uns da geholfen haben, vielen Dank. Und selbstverständlich der Kaperbriefredaktion, die dieses großartige Wahlkampftool kreiert hat.

Dann kam irgendwann der 18.9.2011. Und plötzlich hatten wir das geschafft, was vorher nur wenige für möglich gehalten haben. Wir ziehen in Fraktionsstärke in alle Berliner Parlamente ein. Und seitdem gibt es viel zu tun. Die ersten zwei, drei Tage war in der P9 die Hölle los und ich möchte allen danken, die in dieser Zeit Pressehandys, Telefone, und andere Dinge betreut haben, die dafür gesorgt haben, daß unsere Server dem Ansturm gewachsen sind, und anderweitig geholfen haben. Das gleiche gilt für diejenigen, die mitgeholfen haben die Plakate abzuhängen.

Und besonders danken möchte ich auch all den vielen neu hinzugekommenen Piraten, die sich aktiv in die Partei einbringen und mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen zaubern, weil sie mir Hoffnung geben, daß dieses Projekt, was meine Freizeit seit  2009 stark reduziert hat, wert ist dafür zu arbeiten.

Ich weiß, daß ich nicht jeden einzelnen direkt angesprochen habe, aber ich denke, daß diejenigen, die gemeint sind, wissen, daß sie gemeint sind.

Danke. :)

 

Update:

 

Ich bin so doof. ADSler sollten sich Notizen machen. Ich hab den Kegelklub vergessen. m( Ein dickes fettes Dankeschön auch an euch. :)

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Meinungsfreiheit

 

 

Ich habe mich ja gestern schon auf twitter aufgeraged. Was war passiert? Die EMMA hatte einen Artikel über uns geschrieben. Teile des Artikels waren schlecht recherchiert, andere teilweise falsch. Und es gab gute kritische Beiträge zu dem Thema, z. B. von Müslikind. Bis gestern jemand auf die glorreiche Idee kam, ein Foto einer jungen Frau ins Netz zu stellen, die besagte EMMA-Ausgabe verbrennt. Ob es sich bei der jungen Frau, um ein Mitglied der Piraten handelt, weiß ich nicht zu sagen, da ich natürlich nicht alle 20.000 Piraten persönlich kenne. Nach heftigster Kritik wurde das Bild dann durch ein anderes ersetzt, bei dem die Emma auf dem Klo zerrissen wird.

Es ist eine Frage des souveränen Umgang mit anderen, auch abweichenden Meinungen. Es ist nicht das erste Mal, daß schlecht recherchierte Artikel über uns geschrieben wurden. Und es wird auch nicht das letzte Mal sein. Was mich eher erschreckte, waren vereinzelte Posts auf twitter, die derartigen Umgang mit anderen Meinungen mit Verweisen auf die Löschbarkeit von Dateien zu relativieren versuchten. Vor allem in Deutschland ist eine Aktion, wie diese im Rahmen der geschichtlichen Ereignisse nicht nur unpassend, geschmacklos und unsouverän, sondern sie zeigt auch, daß einige das Zitat “Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden.” weder gehört, noch verstanden haben.

Auch Entschuldigungen, wie “ist doch nur ne Zeitung”, die gibt es doch im Netz, brachten mich kurzzeitig fast dazu in meine Tischkante zu beißen. Das Verbrennen von Zeitungen, Büchern, Fahnen, Autos oder was man sonst noch so verbrennen kann, gehört für mich nicht zur Auseinandersetzung in einer demokratischen Gesellschaft. Leider bringen uns Hirnverbrennungen, wie diese in die Presse. Ich persönlich würde lieber etwas zu unserer Politik in der Zeitung lesen, aber die Hoffnung habe ich für dieses Jahr erstmal aufgegeben. Und gewöhnt euch dran, die Presse wird weiterhin schlecht recherchierte Beiträge über uns verfassen, lernt damit umzugehen.

 

edit: typo

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Todesstern

Todesstern!

Wir sind innerhalb der Partei zu dem Konsens gekommen wir wären postgender. Leider fehlt der Debatte dazu die nötige intellektuelle Grundlage. Wir überkleben Toilettentüren, merken aber nicht, daß wir erlernte Denkmuster leben. Eine wirkliche Gleichberechtigung setzt die Akzeptanz unserer individuellen Verschiedenartigkeit voraus. Eine Grobkategorisierung in einzelne Gruppen (Männer, Frauen, Eichhörnchen) und die Gleichberechtigung dieser Gruppen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und unter Umständen auch eine Quote, obwohl sie nicht das erste Mittel der Wahl sein sollte, da ein Verständnisprozeß ohne Quote mehr lulz hat. Dennoch geht Gleichberechtigung erst dann, wenn ich in der Lage bin andere Menschen vollständig gleichwertig zu betrachten.

Bei Menschen, die ähnliche Positionen vertreten, wie ich selbst mag das einfach sein. Vertritt jemand komplett andere Ideen, als ich ist es schwieriger. Dann neigen wir dazu diese Menschen zu kategorisieren und ihr Verhalten in unseren erlernten Denkmustern zu interpretieren. Das führt zu einer Erwartungshaltung unsererseits, daß diese Menschen sich in bestimmter Art und Weise verhalten müssen, weil sie ja <Todesstern> sind. Dadurch ist es uns nicht mehr immer möglich ihnen respektvoll und vorurteilsfrei gegenüberzutreten. Schöne Beispiele dafür sind der gegenseitige Umgang, nach dem BGE-Beschluß, die liquid-Kriege oder auch die Reaktionen auf irgendeine Form die Genderpopenderdebatte zu diskutieren.

Wir denken wir wären total tolerant, akzeptieren jeden einzelnen, weil Mitmachpartei, aber der Umgangston unter Leuten, die unterschiedliche Positionen vertreten, offenbart unsere Wertungsebenen anderen Menschen gegenüber. Ich nehme mich da selbst nicht aus. Wenn wir die Gesellschaft dahingehend verändern wollen, daß jeder sich gleichberechtigt entfalten kann, müssen wir selbst in der Lage sein das zu leben und unser eigenes und das Verhalten anderer kritisch zu hinterfragen.

Es nützt nichts, wenn das Geschlecht nicht mehr im Perso erfasst wird, Frauen aber bei gleicher Arbeitsleistung, schlechter bezahlt werden. Oder der traditionelle Weg der Familie, in der die Frau die Kinder hütet, gelebt wird. Das gleiche gilt in Beziehung auf andere “Minderheiten”, seien es Schwule, Katholiken, Behinderte oder Zugezogene. Wenn wir Menschen aufgrund irgendeines von uns gewählten Merkmals kategorisieren, bewerten wir sie dem Bild entsprechend, daß wir von dieser Gruppe haben. Dieses angelernte Denkmuster zu hinterfragen und dadurch zu überwinden ist nicht durch die platte Aussage wir wären postgender getan.

Es ist ein Haufen Arbeit, aber er ist es wert, wenn wir die Gesellschaft in der wir leben verändern wollen. Und es wichtig darüber zu reden, die eigene Position zu hinterfragen, um sie überhaupt erstmal rauszufinden. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, warum es bei den Piraten weniger Frauen, Ausländer, Behinderte (ich mag dieses Wort nicht), etc. gibt, was die Ursachen dafür sind und wie wir das ändern können, so wir es denn wollen. Wir sollten uns fragen, wie wir Menschen die nicht permanent vor twitter hängen an unseren Informationen teilhaben lassen, wie wir Menschen die Gehörlos sind in unsere Gemeinschaft integrieren, wie wir eine Beteiligung an liquid feedback für Piraten, die nicht perfekt deutsch können ermöglichen. Diese Themen sollten wir in Angriff nehmen und die Umfrage des Kegelklubs ist ein Anfang in diese Richtung. Es ist ein Anfang, der sich mit der Genderdebatte beschäftigt, ich hoffe es werden zukünftig ähnliche Projekte zu anderen Themen kommen. Genug Leute sind wir ja jetzt. ;)

P.S. Da ist irgendwo son flattr dings

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Ursprünglich am 11. Dezember 2011 06:13 auf http://fast277.wordpress.com/2011/12/11/66/ veröffentlicht