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kimchi

Weil ich jetzt gelegentlich gefragt wurde, wie ich mein Kimchi zubereitet hab und ob das kompliziert ist und überhaupt weil Kimchi großartig ist, mache ich jetzt mal ein Kimchi101.

Diese Version ist erstmal die Rohfassung (ich mach da später noch Fotos, Videos und Gedöns)

Kimchi ist eigentlich nur milchsauer vergorenes Gemüse mit Gewürzen. Die Zubereitung von Kimchi ist in Korea eine Tradition, die zur Haltbarmachung von Kohl seit Ewigkeiten praktiziert wird. Es ist sogar UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Trick bei der Vergärung von Kohl ist, daß es unter Luftabschluß zu einem Klima kommt, in dem Milchsäurebakterien bevorteilt werden und dadurch ein Klima entsteht, in dem andere Bakterien nicht überleben können. Diese Gärung erfolgt anaerob, also unter der Oberfläche des leckeren Kimchisafts.

Man braucht für Kimchi einen Behälter, wo das Kimchi wohnt. In Korea nimmt man traditionell Onggi genannte Steingutbehälter, aber neuerdings auch Plastikgefäße oder Konservengläser. Ein großes Gurkenglas hat mir gute Dienste geleistet.

Da Kimchi aus oft Kohl besteht, braucht man auch Kohl. Entweder Chinakohl oder Pakchoi. Kimchi geht auch mit verschiedenen anderen Dingen, aber ich schreib erstmal über den mit Kohl. Ist ja die Rohfassung ^^ Der Kohl wird gewaschen. Es gibt zwei Versionen den Kohl zu verarbeiten. Bei einer wird der Kohl halbiert, bei der anderen in mundgerechte Stücke geschnitten. Der Kohl wird dann gesalzen. Entweder man badet ihn eine Weile (über Nacht) in Salzwasser oder man streut Salz aus den gewaschenen Kohl. Dadurch wird der Kohl elastischer und bricht nicht, wenn man ihn biegt und er verliert Wasser und deutlich an Volumen. Wenn man den Kohl halbiert, ist es wichtig das Salz zwischen die einzelnen Blätter zu streuen. Bei Salzwasser taucht man ihn einfach komplett ein.

Dazu nimmt man noch Möhren, Rettich oder andere Gemüse. Diese werden in feine Streifen geschnitten. Googelt mal Julienne

Natürlich braucht man für Kimchi auch Gewürze. Dies sind Chilies, Knoblauch, Ingwer, Lauchzwiebeln und Fischsauce. Fischsauce??? Die ist doch aus toten Tieren! Das stimmt. Kimchi geht auch vegan, wenn die Fischsauce mit Sojasauce ersetzt wird. Dazu kommt noch etwas Zucker (die geheime Zutat)

Wer es ganz ordentlich machen will, macht noch einen porridge aus Wasser und etwas Reismehl. Kurz erhitzt, erhält man eine cremige Mehlschwitze. Mischungsverhältnis 6 Teile Wasser, 1 Teil Reismehl.

Die Gewürze werden in klitzekleine Stücke geschnitten oder kurz im Mixer oder der Küchenmaschine zerhäckselt. Wenn man den porridge gemacht hat, kommt der zu den Gewürzen und ergibt eine Paste. Dann mischt man sie mit dem geschnittenen Gemüse. Dadurch erhält man eine rote Masse, die dann auf die Kohlblätter kommt. Wenn man den Kohl in Stücke geschnitten hat, kann man einfach die Gewürz-Gemüsemischung und den Kohl in eine große Schüssel geben und alles gut mit den Händen vermischen. Hierbei ist es unter Umständen sinnvoll Handschuhe zu tragen, wegen der Chilies. Bei der traditionellen Variante mit halbiertem Kohl nimmt man etwas von der Mischung und verteilt es dünn auf alle Blätter.

Wenn der Kohl und die Gewürz-Gemüsemischung gut miteinander vermischt sind, kommt alles in einen Behälter. Dabei ist es wichtig, daß das Ganze gut auf den Boden des Behälters gedrückt wird, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Macht das Glas nicht randvoll, denn bei der Vergärung entsteht Kohlendioxid im Kimchi und dadurch steigt das etwas nach oben. Oben kommt ein Deckel drauf, den ich aber nicht ganz zudrehe, da die traditionellen Steingutgefäße auch nicht hermetisch verschließen. Das Ganze muß jetzt zwei bis drei Tage bei Zimmertemperatur stehen, um zu gären. Einmal am Tag kann man das mit einem sauberen Löffel etwas nach unten drücken, damit die entstehenden Gase rausgehen und alles Kimchi unter dem entstehenden Kimchisaft bleiben. Je länger es bei Zimmertemperatur steht, desto saurer wird es. Während der Gärung entsteht ein leichter Geruch nach Kimchi, aber der ist nicht so stark. Nach zwei Tagen kommt es bei mir in den Kühlschrank. Im Kühlschrank hält es ewig, außer ihr es wird vorher gegessen. Ich hörte von Restaurants in Korea, die Suppe mit 30 Jahre altem Kimchi anbieten.

Je nach Geschmack könnt ihr schärfere oder nicht so scharfe Chilies verwenden. Im Asiamarkt eures Vertrauens einfach mal nach koreanischen Chiliflocken fragen. Und bei Bedarf durch Habaneros ersetzen oder durch Paprika edelsüß.

Mengenangaben in ungefähr:

1 Chinakohl
2 Möhren
1 Rettich
2 TL Ingwer
3 – 5 Knoblauchzehen
2 Frühlingszwiebeln
2 TL Fischsauce
1 EL Zucker

Wer es schärfer mag nimmt mehr Chili und mehr Ingwer, wer Knoblauch mag nimmt viel, … you get the point. Experimentiert einfach.

Es gibt eine Menge Kimchirezepte auf youTube. Ich hab viele davon gesehen und dann einfach probiert. In Korea gibt es Kimchi mit Garnelen, Austern, Kimchi nur aus Rettich, Kimchi aus diversen anderen Gemüsen. Ich habe schon sehr leckeres Rosenkohlkimchi gegessen und Kimchi aus Daikon und Kimchi aus Blättern. Es gibt Kimchi aus Löwenzahn und Kimchi aus Weißkohl.

KIMCHI ALL THE THINGS!!!

Ein Video zur traditionellen Kimchizubereitung findet ihr hier

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Danke

Liebe Piratenpartei

 

Vor 2.560.320 Minuten habe ich einen unterschriebenen Zettel übergeben. Das ist 1778 Tage her. Ich hatte viel Spaß in der Zeit. Ich habe viele sehr interessante Menschen getroffen. Viel gelacht. Habe Orte gesehen, die ich sonst nie gesehen hätte, viel über Menschen, Politik und tausend andere Dinge gelernt. Es gab auch nicht so schöne Momente, aber man soll sich an die schönen Dinge erinnern. Denn es sind die schönen Dinge, die interessanten Gespräche, die guten Ideen und die Menschen, die dir auf dem Weg ein Lächeln schenken, welche einem am Ende des Tages im Geist bleiben und die Sonne scheinen lassen.

 

Ich möchte Danke sagen. Für alles, was ich mit dieser Partei in den letzten fast fünf Jahren erlebt hab. Danke an zu viele Menschen, um sie hier aufzuzählen. Macht das unpolitische politisch! Und vergeßt das Lächeln dabei nicht. Noch schnell ein Zitat, um den Text aufzuwerten:

“There is a Chinese curse which says “May he live in interesting times.” Like it or not, we live in interesting times. They are times of danger and uncertainty; but they are also the most creative of any time in the history of mankind. And everyone here will ultimately be judged — will ultimately judge himself — on the effort he has contributed to building a new world society and the extent to which his ideals and goals have shaped that effort.”

 

Und nun Musik

 

 

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diesesSchulterzuckensmiley

¯\_(ツ)_/¯

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Wir sind die mit den Fragen

Wenige Tage vor der Wahl veranstalten alle Parteien nochmal großen Zirkus. Man zeigt sich bürgernah. Beantwortet Fragen an Wahlkampfständen und anderen Veranstaltungen. Auch online passiert da in letzter Zeit etwas mehr. Die Grünen machen zum Beispiel 3Tagewach, die SPD nennt das 72hSPD (nur bis zur Wahl auf der Seite verfügbar), wir Piraten tingeln mit dem gläsernen Mobil 48 Stunden durch die Hauptstadt und nennen das #48hGlas.

 

Viele Möglichkeiten Fragen zu stellen. Also dachte ich mir, stell ich den Grünen mal eine Frage. Eigentlich eine simpel klingende Frage, die mich in der aktuellen Situation allerdings brennend interessiert. Es geht um Snowden, die NSA und die Überwachung der Kommunikation. Wenn man so paranoid ist, wie ich es bin, ist das alles nichts wirklich neues. Die machen halt, was technisch seit längerem möglich ist. Nur jetzt kommt das halt in der Tagesschau und steht im Spiegel. Eigentlich müßten alle möglichen Menschen demonstrieren, weil das ja schlimmer ist, als Volkszählung, die Startbahn West, google streetview und die Vorratsdatenspeicherung. Schlimmer als Weihnachtsverbot und Veggie day zusammen.

 

Stellt man nun die Frage, ob Partei XYZ dagegen ist, sind natürlich alle dagegen. Da kann man auch Fragen, wer Gewalt gegen Kinder doof findet. Mich interessiert ja eher, wie man das gelöst bekommt. Denn das ist ja nicht einfach nur so, daß die Amis da was mitschneiden. Die sagen halt: “Our territory, our data. Handelt mit es!” Da kann sich die Regierung von KleinLampukistan hinstellen und empört sein so viel sie will. Hilft halt nix. Amerikanische Server, amerikanische Daten. Oder auch nicht. Denn die Frage ist ja, ob man Daten, die in RatzFatz mal eben um den halben Erdball huschen, überhaupt noch als “regional” betrachten kann. Ob da deutsche, amerikanische, europäische oder lampukische Rechtsprechung gilt? Der OuterSpaceTreaty gilt definitiv nicht, da es noch keine Mondserver gibt, aber was ist mit GPS-Daten. Gilt da der das Land, über dem die Satelliten kreisen, oder das LAnd, was die hochgeschossen hat? Fragen über Fragen. Und ob man da vielleicht nicht sogar ne internationale Rechtssprechung braucht. Oder ne ZwölfMeilenZone? Alles außerhalb von 127.0.0.1 ist internationales Gewässer. Oder vielleicht reicht es ja, wenn die EU empörte Briefe schreibt?

 

Ich wollte halt eine Antwort auf meine Frage, ob man da was machen kann und wenn ja, wer da zuständig ist und was die Parteien, die jetzt zur Wahl antreten, da so im Sinn haben.

 

Also schrub ich meine simple, kleine Frage an die Grünen.

 

“Denkt ihr, daß ein grenzüberschreitendes Problem, wie die Kommunikationsüberwachung durch z.B. prism, überhaupt auf Bundes- oder Europaebene gelöst werden kann? Und wenn ja, wie wollt ihr das machen?”

 

Die antworteten innerhalb weniger Stunden. Und die antworteten auch in einer Art, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die Antwort war:

 

“Liebe(r) F0O0, da stimmen wir ganz mit Dir überein! Dies Problem erfordert Lösungsansätze auf allen Ebenen. Wir halten es in der Tat nicht für ausreichend, rein national zu reagieren, wenn jede E-Mail, die von Hamburg nach München gesendet wird, über einen Server oder einen Kontenpunkt in den USA geleitet wird. Wir streiten auf allen Ebenen für die dort jeweils möglichen und nötigen Massnahmen. Wir teilen Deine Besorgnis über die bisher bekannt gewordenen Überwachungs- und Ausspähaktionen anglo-amerikanischer Geheimdienste, die in ihrem flächendeckenden Ausmaß unseren Grundrechtsschutz und damit Fundamente des freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaats bedrohen. Um mehr ins Detail zu gehen: Wir wollen von der Bundesregierung umfassende Aufklärung über die Ausspähung durch PRISM, TEMPORA und etwaige ähnliche Programme. Wir wollen offengelegt haben, ob es eine mögliche Mitwisserschaft deutscher Behörden gab. Es geht um Merkels politische Verantwortung, warum sie Cyberangriffe von „Freunden“ nicht auf dem Schirm hatte oder haben wollte. Es ist zu klären, ob Merkels Regierung fehlerhaft gehandelt und damit den Schutz ihrer eigenen Daten und die ihrer BürgerInnen vernachlässigt hat und warum Cyberangriffe der USA als solche nicht gewertet wurden. Es muss auch geklärt werden, ob die bei uns verbotene Vorratsdatenspeicherung von einem befreundeten Geheimdienst ausgeführt wird, der dann Ergebnisse u.a. auch an unsere Dienste weiterleitet. Wir fordern von der Bundesregierung, mit allen verfügbaren Mittel auf eine Beendigung dieser Praxis (PRISM, TEMPORA) hinzuwirken. Als Partei haben wir (übrigens schon am 6. Juli) einen Beschluss gefasst, der insgesamt 15 Forderungen beinhaltet und die Bundesregierung unter anderem auffordert, sich für eine umgehende Einstellung der bekannt gewordenen Überwachungsprogramme einzusetzen, Edward Snowden in Deutschland Asyl zu gewähren, auch, um ihn als Zeigen vernehmen zu können, endlich ein Whistleblowerschutzgesetz, das wir vor langer Zeit aufgelegt haben, einzuführen, die EU-Datenschutzreform nicht mehr zu hintertreiben, wie es derzeit geschieht, ein Verbot der Verarbeitung und Nutzung von Informationen und Daten, wenn diese nach deutschem Recht illegal abgefangen wurden etc. pp. Den Antrag findest Du hier: http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Beschluesse/Moderne-Gesellschaft-Ueberwachung-stoppen-Beschluss-LR-Berlin-07-2013.pdf Darin fordern wir konkret folgende Massnahmen mit EU- und internationalem Bezug: – Eine umgehende Einstellung der bekannt gewordenen Überwachungsprogramme der USA und Großbritanniens und die Entwicklung gemeinsamer rechtsstaatlicher Standards für die Arbeit der Geheimdienste im Dialog mit den USA und Großbritannien sowie anderen Staaten unter Einbeziehung von Datenschutz- und VerfassungsrechtlerInnen. – Die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses im Europäischen Parlament, um das Ausmaß der Überwachung von EuropäerInnen zu ermitteln und um die Arbeit der Geheimdienste in Europa aufzuklären. – Das bisherige Safe Harbor (Datenschutzabkommen zwischen der EU und USA), SWIFT (Abkommen zwischen EU und USA zur Übermittlung von Zahlungsverkehrsdaten) und die verschiedenen PNR (Fluggastdaten) Abkommen aufzukündigen und neu zu verhandeln. – Die gerade begonnenen Verhandlungen zur transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft mit den USA nicht fortzuführen, solange der Verdacht der massiven Spionage gegen Verhandlungspartner im Raume steht. – Die Prüfung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen Großbritannien wegen der Verletzung von Grundprinzipien der EU-Verträge. – Die Aufnahme eines Passus in die Datenschutzgrundverordnung der EU, der es Unternehmen strafbewehrt verbietet, Daten ihrer KundInnen an Staaten weiterzugeben, wenn für die Weitergabe der Daten keine Grundlage im europäischen Recht besteht. Unternehmen gehören in die Mitverantwortung genommen, dass ihre Kundinnen und Kunden vor weitgehender Überwachung geschützt sind. – Die Abschaffung oder grundlegende Überarbeitung der EU Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung. Die Totalprotokollierung aller Kommunikationsdaten der Bürgerinnen und Bürger hat in einem Rechtsstaat und einer freien Gesellschaft keinen Platz. Es darf keine Wiedereinführung der bürgerrechtsfeindlichen Vorratsdatenspeicherung geben. Die nun von CDU und CSU ins Feld geführte “Mindestspeicherfrist” ist nichts anderes als eine umetikettierte Vorratsdatenspeicherung. Die anlasslose Speicherung von Kommunikationsdaten ist bürgerrechtsfeindlich und stellt die Bevölkerung unter Generalverdacht. Viele Grüße vom 3-Tage-wach-Team”

 

Die Antwort könnt ihr auch hier nochmal in grün lesen.

 

So weit, so unspannend. Dann hatte ich die Idee mal meine eigene Partei und die SPD zu fragen. Also eine Mail an beide geschickt. Die SPD hat noch nicht geantwortet, aber die sind ja auch Volkspartei und werden bestimmt grad mit Anfragen geDOSt. Die Piraten antworteten nach nur wenigen Stunden. Und auch die Antwort möchte ich euch nicht vorenthalten. Aber lest selbst.

 

“Hallo Stephan,

vielen Dank für Dein Interesse an der Piratenpartei.

Zu Deiner Frage, was wäre denn, wenn es nicht gelänge den Rechtsstaat zu bewahren?

Es geht um die Existenz des Rechtsstaates!

Die staatliche Überwachung der Bürger ohne jede Rechtsgrundlage ist eines unser Kernanliegen.

Ein Thema beherrscht seit Wochen die Schlagzeilen: Das ungehemmte Ausspionieren der Bundesbürger. Denen ist es aber scheinbar egal.

Schauen bitte:

Wenn meine Frau

– heimlich alle meine Emails lesen würde
– jedes Telefongespräch von mir heimlich belauschte
– jede Suchanfrage bei Google mitschnitt
– jede Website mitbekäme, auf der ich jemals war
– heimlich meinen Tresor knackte
– mittels Handy-Ortung mich auf Schritt und Tritt beobachtete
– und dann noch alles langandauernd aufbewahrte, von wegen, ”man könnte es ja mal
irgendwann benötigen”

dann wären wir sicherlich schon lange nicht mehr verheiratet.

Ersetze bitte “Frau” durch Lebenspartner, Kamerad, Vertrauter, Gefährte, Freund, wasweisich. Denn der Staat, das sind nämlich WIR.

Über WIE läßt sich sicher streiten, welcher Weg da denn nun der Richtige wäre.

Aber man muss es versuchen!

Wer kämpft, kann verlieren.
Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Klarmachen zum Ändern, Piraten wählen.

Mit freundlichen Grüßen

….. ”

 

Ich lese das und denke zefukkkk. Ne schlechte Metapher, die mir erklärt, was prism so macht. Das beantwortet nicht mal annähernd meine Frage. Dabei war die nun nicht mal wirklich kompliziert formuliert. Vielleicht etwas tricky, weil man sich mit den Entscheidungsbefugnissen der Gremien, in die man gewählt werden will auseinander setzen muß. Man muß ja nicht mal wissen, was in dem Gesetz drin ist, aber man sollte schon wissen, welcher Metzger überhaupt die Wurst machen kann, die man gern will. Und ich hätte gern, daß wir in den Bundestag einziehen, aber wenn außer dem Kompa keiner in der Lage ist, Gesetzgebungsverfahren zu verstehen und anzuwenden, ist das halt auch Wurst. Bundestag besteht dann eben doch aus mehr, als den Reden im Plenum. Die meiste Arbeit geschieht an anderen Orten.

 

Wir sind die Partei der Bürgerbeteiligung, die das schon parteiintern nicht geregelt kriegt. Bei uns bestimmt die Basis und es ist in keiner anderen Partei so einfach eigene Anliegen direkt in den parlamentarischen Betrieb zu bringen. Man muß es nur machen. Wir sind die mit den Fragen. Wir sind die mit den Fragen. Und wir haben viele Fragen. Wichtige Fragen. Fragen einer Generation, die in einem globalen Netz groß wird und sieht, daß die bisherigen Antworten in vielen Bereichen nicht funktionieren. Wir müssen allerdings auch dem Bürger klarmachen, wofür wir stehen. Dazu müssen wir das allerdings auch klar formulieren. Wir müssen neue Wege der Beteiligung ausprobieren, bevor wir sie im politischen Betrieb nutzen. Wir brauchen für die Europawahl ein Programm und Kandidatinnen und Kandidaten, die dieses Programm vertreten. Es liegt ein Haufen Arbeit vor uns. Und ich habe die leise Hoffnung, daß wir das schaffen können.

 

In wenigen Stunden ist Wahl. Dann werden wir sehen, ob wir in den Bundestag einziehen oder nicht. Für den Fall, daß wir nicht einziehen, werden morgen alle wissen, wer daran Schuld ist. Es werden definitiv “die Berliner”, die Genderisten, die SMV-Spackos, die Ministalinisten, die Pirantifa, die Systempresse, die nur Hofberichterstattung für die anderen Parteien macht, aber nicht für uns, die Buchautorinnen und -autoren, diejenigen, die für ein Vollprogramm sind und viele andere genannt werden. Ich schaue mir dann das Programm zur Berlinwahl und die entsprechenden Ergebnisse an und sehe, daß ein progressives Programm, welches von den Mitgliedern und Kandidaten vertreten wird, zu fast zweistelligen Ergebnissen führt. Und dann vergleiche ich das mit dem Ergebnis von morgen.

Und falls die SPD noch antwortet, veröffentliche ich das hier natürlich auch noch.

Ich wünsche euch eine gute Nacht und einen schönen Wahlsonntag

 

 

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fuzzy learning

Ich weiß nicht genau, wie lange Computer schon mein Leben begleiten. Als kleines Kind spielte ich mit nicht mehr gebrauchten Lochkarten, die mein Vater von Arbeit mitbrachte. Er benutzte sie als Notizzettel, ich benutzte sie als Malunterlage. Es waren sie frühen Achtziger in der DDR und wir hatten ja nix. Später bekam mein Vater einen Sinclair ZX Spectrum mit Kassettenlaufwerk. Ich spielte Mondlandung und andere Spiele und er programmierte irgendwelche Dinge, die er für seine physikalischen Berechnungen brauchte. Die meisten Programme bekam man damals als kopierte Kassette. Später kamen dann die ersten Robotronrechner raus. Dann kam die Wende und wir konnten endlich 286er kaufen. Mein Nachbar schrieb ein Langenscheidtwörterbuch händisch ab. Sogar das Logo bastelte er selbst. Damals gab es noch keine Maus, daher mußte man die Koordinaten der Linien eingeben und schauen ob es passte. Das was heute wenige Klicks sind dauerte damals noch etwas länger. Dann kamen die 386er und Monkey Island. Es war das erste Spiel, was ich spielte, das einen “Kopierschutz” hatte. Zum Glück gab es Kopiergeräte und so bastelte sich jeder eine kleine Kopierschutzumgehung. Es gab den Norton Commander und viele andere Dinge folgten. Einige Jahre später gab es großes Getöse wegen der sogenannten Datenautobahn. Ich schaute regelmäßig Fernsehsendungen wie den Computerclub im WDR und verfolgte die Entwicklungen im Bereich der Computertechnologie aufmerksam. Aber all die Jahre hatte ich nur wenig Ahnung, was Software und Hardware da so genau machen. Ich weiß seit ewig, daß acht bit ein byte sind und auch was das bedeutet, aber ich weiß nicht genau, was mein Rechner macht, wenn ich ein Programm ausführe. Obwohl mir klar ist, daß alle Informationen, die das Programm benutzt, irgendwo im Speicher in langen Zahlenreihen von Einsen und Nullen gespeichert ist. Und auch, daß da natürlich keine Einsen und Nullen im Speicher sind, sondern die Einsen und Nullen nur Zustände beschreiben, die elektronisch im Speicher ablaufen. Im Laufe der Jahre hab ich viel über Computer gelernt. Und ich hab auch viel durch sie gelernt. Sobald ich irgendwas nicht weiß, googel ich es. Oder auch, wenn ich Dinge weiß, les ich gern den Wikipediaartikel, weil ich ihn noch nicht kenne. Ich arbeite täglich mit Computern aber ich verstehe sie immer noch nicht ganz.

 

Als Kind irgendwann 1987 oder 1988 hatte ich eine Idee von”Wie die Zukunft aussieht”. Ich stellte mir damals vor, daß in jedem Haus ein Bildschirm ist und es über eine Steuerung in der Armbanduhr möglich ist, virtuelle Räume auf diesem Bildschirm zu besuchen. Diese virtuellen Räume waren Bibliotheken, Musik- und Filmsammlungen. Aber auch Steuerungselemente des Hauses, wie Beluchtung, Heizung und was man da sonst noch so steuern kann. Ich glaube, daß viele in meiner Generation ähnliche Ideen hatten. Wir wuchsen halt mit Spock und Kirk, Pille und Scotty auf. Heute haben wir fast alle Smartphones, Tablets, Laptops und diverse andere Gadgets. Wir leben in einer Welt voller Computer. Und doch verstehen die wenigsten, was genau diese Computer machen, wie man mit ihnen kommuniziert, wie man sie Dinge machen lässt.

 

Mir ging es genauso. Da ich bis 2000 keinen eigenen Rechner hatte, konnte ich mich damit nicht beschäftigen. Danach bekam ich einen Rechner. Es dauerte einige Zeit, bis ich von Windows auf Linux wechselte. Und dann nimmt man sich vor das alles zu verstehen. Aber wo fängt man an. Ich persönlich versuche Dinge immer im “großen Bild” zu verstehen. Mir reicht es nicht eine Programmiersprache zu lernen und dann zwar Dinge passieren zu lassen ohne zu verstehen, was da genau passiert. I want to see the magic happen. Eines der ersten Bücher, die mich sehr begeisterten, war Hacking – The art of exploitation. Ich habe es ungefähr bis zum Ende von Kapitel 2 gelesen. Danach fing ich an verschiedene Tutorials zu verschiedenen Programmiersprachen zu lesen. Fuzzy learning. Bis auf Pythontutorials las ich die meisten aber eher, um ein grobes Gefühl für die Syntax der verschiedenen Sprachen zu bekommen. Trotzdem lernte ich keine Sprache wirklich, sondern bekam eher ein grobes Bild oder ein Gefühl dafür, was Programmiersprachen so ungefähr tun. Was genau sie im Rechner tun, ist mir noch immer eher nebulös. Aber ich mag den Ansatz des Buches, mit Pseudocode die Möglichkeiten der Sprachen zu verstehen und dann mit Assembler zu verstehen was genau passiert. Und mein Plan war C zu lernen, weil es C ist, Python zu lernen, weil es Dinge tut und Assembler zu lernen, weil ich dadurch verstehe, was im Rechner passiert und so leichter andere Sprachen verstehen kann. Leider ist Assembler pain in the ass zu lernen, wenn man so ein ablenkbares Eichhörnchen wie ich ist. Und nicht die richtigen Assemblerbücher hat. Ende 2011 auf dem Congress hörte ich von verschiedenen Menschen von codeyear. Auch auf twitter beschlossen einige da mitzumachen. Ich klickte mir auch einen Account bei codeacademy und wenige Wochen machte ich auch die Übungen. Allerdings hörte ich irgendwann auf, weil ich da eher code eintippte ohne zu verstehen, was genau der jetzt macht. Der tut zwar dann was er soll, aber ich weiß nicht warum. Gleichzeitig fing fiona an programmieren zu lernen. Ich verfolgte die ersten Monate, fiel dann aber in ein herbes Prokrastinationsloch im Fachbereich Programmierenlernen.

 

Seit einigen Wochen habe ich den inneren Schweinehund überwunden und mich wieder hingesetzt. Ich las verschiedene Tutorials zu Python, den Ruby-Guide mit den Comicfüchsen, sah diverse Tutorials auf Youtube (aus Langeweile, wegen des Popcorns oder wegen der ermüdenden Kommentare. P.S. Vielleicht verlink ich die alle mal und ihr müßt die alle am Stück ansehen). Irgendwann fand ich ein Python-Tutorial von google, was ich ganz cool fand, weil der Typ endlich mal angenehm schnell erklärt, aber eigentlich wollte ich ja auch Assembler lernen. Und C. Durch verschiedenen Gespräche auf der letzten SIGINT erinnerte ich mich wieder an fionas blog. Dort fand ich zwei gute Bücher mit denen man Assembler lernen kann. Seit einigen Tagen lese ich das erste davon “Programming from the ground up“. Heute hab ich noch das andere im Netz gefunden. Natürlich betreibe ich weiterhin “fuzzy learning” und habe deshalb nach dem Lesen eines Kapitels erstmal diverse lustige Buzzwords auf youtube und google verwendet und viel Spaß gehabt. Und ich werde wohl beide Bücher etwas parallel lesen. Fuzzy learning.

 

Mal sehen, wo das alles hinführt. Ich folge einfach dem weißen Kaninchen.

 

Links (die youtube videos sind nur eine sehr kleine Auswahl besonders grotesker, langweiliger oder hilfreicher Videos):

 

http://fionalerntprogrammieren.wordpress.com/

http://www.youtube.com/watch?v=tKTZoB2Vjuk

http://www.youtube.com/watch?v=5zzkOyTXBuQ

http://www.youtube.com/watch?v=p9Zkm_U6cJo

http://www.youtube.com/watch?v=JGHEhfFm53g

http://www.youtube.com/watch?v=LGkkyKZVzug

http://www.youtube.com/watch?v=Pj3DwaKRXos

http://www.youtube.com/watch?v=AQXAK3m3l78

 

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Wasserglas

Es gibt verschiedene Wassergläser. Halb Volle. Halb Leere. Ganz Volle. Wassergläser haben den Vorteil, elektrische Ströme zu blockieren.

Packt man sein Handy oder Smartphone bei einer Besprechung oder Demonstration in einen derartigen Behälter kann weder mitgehört noch geortet werden.

So kann man mit Lowtech gegen Hightechspione vorgehen und die Kosten sind gering, auch wenn es erst einmal komisch aussieht.

Das wirkt natürlich auch gegen andere Geheimdienste, die gegen Grundrechte verstoßen.

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Römer

Als bekennender diskordianischer Papst, freute ich mich über die Zusendung dieses poetischen Werks. Ich möchte es mit euch teilen.

 

“Lieber geliebter,

Ich bin Mrs. Sheila H. eine 78- jährige Frau lebt in Großbritannien,
die Gott in einem herrlichen Weg, um
seinen Segen zu Charity / Mankind erfüllen berührt hat.

Ich habe Gott um Vergebung gebeten und ich glaubte, hat er, weil er ein
barmherziger Gott ist. Ich werde in zu gehen für eine Operation am Freitag,
dem der Arzt indirekt gesagt wurde, ist 50/50 Chance zu überleben nach der
Diagnose mich mit Krebs Zwei (2) Jahren. Lies Römer 1:16-17

Ich habe beschlossen, WIRD / Spenden mein verstorbener Mann Recht von $
10.2Million USD (zehn Millionen zweihunderttausend Dollar), die ich von ihm
geerbt, um Ihnen für die gute Arbeit von Gott und Seiner göttlichen Zweck und
zugunsten der Menschheit zu dienen, wie das hat sein mein verstorbener Mann
unvollendete Werk vor seinem Tod. Kürzlich haben meine Familienmitglieder
engross in meinem verstorbenen Mannes geerbt Fonds
nach Erhalt der Nachricht vom Arzt, dass ich vielleicht nicht überleben die
Operation. Sie wollen mich tot, damit sie erben die Fonds für ihre
eigennützigen Interessen, und ich wir nicht zulassen, dass das geschieht. Ich
bin nur Privileg, Sie ToSend diesen Brief mit der Hilfe von einer Dame
Krankenschwester hier, die so freundlich zu mir hat.

Alles, was ich von Ihnen verlange ist, um sicherzustellen, dass Sie dieses
Fonds zu verwenden für die Arbeit Gottes zu seinem göttlichen Zweck und für
die Menschheit zu erfüllen. Es ist klar, dass ich kenne dich nicht, aber Gott
gewusst, dass du mehr als ich jemals zu tun. Zu diesem Zweck beuge ich meine
Knie und bete für euch, Der Herr segne euch reichlich, wie Sie dieses
Geheimnis zu Nächstenliebe und Humanitäre Dienst erfüllen. So sind Sie zu 60%
der Mittel für diese humanitäre Mission zu verwenden, während 10% geht an
meine Familie Rechtsanwalt und 30% geht an Sie für Ihre Treue zu Gott und der
Menschheit.

Schließlich möchte ich Sie für mich in Bezug auf meine gesundheitliche
Situation zu beten, weil ich kommen, um herauszufinden, dass alles gibt es
eine Jahreszeit haben, und eine Zeit, um alles Vorhaben unter dem Himmel.
(Prediger 3,1-8) Möge die Gnade unseres Herrn, die Liebe Gottes und die süße
Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch jetzt und für immer mehr
sein, Amen.

Hochachtungsvoll

Frau. Sheila H.

Bitte, für eine reibungslose Kommunikation, würde ich liebe dich zurück
schreiben Sie mir in Englisch, wenn Sie lesen und in Englisch Sprache zu
schreiben, wie ich google Übersetzer. Gott segne euch”

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sojanunich

Gerade lese ich bei den Popcornpiraten, daß wieder ein Mitglied der Partei Opfer von massivem Mobbing wurde und sich deshalb von seiner Kandidatur zum Landesvorstand und von seiner Direktkandidatur zurückgetreten ist. Da ich Patrick kenne und weiß, daß er eher nicht der Zartbesaitete ist, müssen da schon Dinge vorgefallen sein, die jenseits von Mailinglistengeplänkel sind. Ich finde es schade, wenn eine bestimmte Gruppe mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist, dann massiv Stimmung gegen diese Entscheidung macht. Und es mit ihrer Stimmungmache auch noch schafft, Menschen kaputtzuspielen oder die Entscheidung totzudiskutieren.

Bestes Beispiel sind die seit Jahren andauernden liquid-Kriege, die immer noch zu massiven Beleidigungen anderer, durch sogenannte Verteidiger der Meinungsfreiheit führen. Und das auf beiden Seiten. Nach dem Motto “Und willst du nicht mein Bruder sein, dann hau ich dir die Fresse ein”, wird dort jeder, der nicht dem eigenen Weltbild entspricht verspottet, niedergemacht, es werden Unwahrheiten verbreitet und diejenigen, die zu Mäßigung aufrufen oder die Mobbingmethoden und Beleidigungen aufzeigen, werden dann ebenfalls beleidigt und als Mobber bezeichnet. Ich weiß nicht, seit wann es Mobbing ist, wenn ich öffentlich mache, wie ich diffamiert und beleidigt werde. Aber ich werde von einigen seit Monaten als Mobber bezeichnet. Nach dem Motto “Irgendwas bleibt immer hängen” wiederholt man diese Dinge wieder und wieder. Irgendwann blickt keiner mehr durch, wer eigentlich, warum, wann, womit angefangen hat.

Auch gegen mich werden in letzter Zeit massive Beleidigungen ausgesprochen, es werden Unwahrheiten verbreitet, mir wird Befangenheit unterstellt, man fordert meinen Rücktritt. Warum das ganze? Das wüßt ich auch gern.

Obwohl ich sonst nicht unbedingt jemand bin, der sofort zum Anwalt rennt und diese Sachen strafrechtlich verfolgen läßt, habe ich das trotzdem getan, da ich diese Äußerungen gegen mich lange genug ignoriert habe und bei einer bestimmten Form der persönlichen Beleidigung auch bei mir eine Grenze überschritten ist. Nachdem ich mit den Mitteln des Rechtsstaats gegen diese Äußerungen gegen meine Person vorging, habe ich etwas mehr Ruhe.

Da ich zusätzlich im Landesvorstand für den Geschäftsbereich Kommunikation zuständig bin, habe ich auch seit kurzem die Aufgabe, die Moderation der Mailinglisten durchzusetzen. Da dies einigen nicht passt, da sie ihr gesetzlich verankertes Recht auf Teilnahme an den Mailinglisten bedroht sehen, bekomme ich wieder viele Falschaussagen, Beleidigungen und ähnliche Dinge zu hören. Natürlich alles unter meinem bürgerlichen Namen, da eine anonyme Teilnahme an öffentlichen Beschimpfungsritualen nur für die Basis gilt, nicht jedoch für Amt- und/oder Mandatsträger. Die müssen das schon ab können, wenn man öffentlich über sie Unsinn erzählt. Survival of the fittest. Wir sind ja Politiker und daher transparent, abwaschbar und es kümmert uns nicht, was andere über uns sagen. Abends putzen wir noch die Zähne mit Kryptonit, damit wir schlafen können. Ich glaube, daß viele Vorstände in der Partei ähnliche Erfahrungen kennen. Jemand ist mit einer Entscheidung nicht zufrieden und es wird sofort erstmal der Vorstand angemault. Der ist ja Schuld. Wir haben im LaVo Berlin die Geschäftsbereiche “Schuld”, “Teilschuld” und “Mitschuld” irgendwann wieder abgeschafft. Wir wollen das nicht mehr per default sein. Wir sind nicht eure Eltern!

Ich glaube auch, daß ein derartiger Umgang miteinander nicht funktioniert. Ich werde mich aber wegen der paar Leute, die mich öffentlich unter der Gürtellinie angreifen nicht einfach zurückziehen. Ich werde meinen Job machen für den ich gewählt wurde. Ich werde nicht zusehen, wie permanent Menschen aufgrund massiver Beleidigungen entnervt die Partei verlassen. Ich werde gegen diese Umgangsformen vorgehen. Mit allen mir rechtsstaatlich zur Verfügung stehenden Mitteln. Es kann nicht sein, daß man in der Partei sofort zum Sündenbock für die anonyme Basis aufsteigt, sobald man ein Amt oder Mandat innehat.

Ich hoffe die Basis stellt sich hinter ihre gewählten Vertreter, sobald diese gewählt wurden und zeigt den wenigen, die durch “Schadkommunikation” das Klima vergiften, daß eine solche Kommunikation nicht gewünscht ist. Wir versuchen seit Jahren mit “Don’t feed the troll” das Thema ignoriert und damit auf unseren Kommunikationskanälen Bedingungen für ein Kommunikationsklima geschaffen, daß von den meisten als unangenehm beschrieben wird. Viele Menschen nutzen diese Kommunikationskanäle nicht mehr, da ihnen die Zeit zu schade ist, sich mehrere hundert Mails mit persönlichen Anschuldigungen durchzulesen. Das Klima der Bundesaktivenliste herrscht jetzt teilweise auf Bezirksmailinglisten, aber auch auf der Vorständemailingliste gibt es solche verbalen Ausfälle.

Ich bedauere, daß mit Patrick erneut ein Pirat aufgrund von gezieltem Mobbing seinen Rückzug bekannt gibt. Ich hoffe ihr steht beim nächsten Mal hinter den angegriffenen Mitgliedern, sagt den Angreifern, daß ihr derartige Umgangsformen nicht toleriert und das keine Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit ist. Es ist möglich in der Sache hart und trotzdem respektvoll seinem Gegenüber zu diskutieren. Man muß es allerdings beherrschen.

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Dinge

Heute erschien folgender Text auf dem Blog der Piraten Pankow. In der Rubrik “Nachrichten aus der Fraktion”. Ich teile die Einschätzung des Autors nicht und wollte es daher kommentieren. Da der Blogpost nicht mehr öffentlich ist, kommentiere ich es hier.

 

Beginn des Zitats (Text nicht von mir):

 

Nach der Wahl ist vor der Wahl – oder einfacher ausgedrückt, die Berliner Kandidaten für die Bundestagswahl sind gewählt, nun gilt es einen piratigen Wahlkampf zu führen, der ihnen echte Chancen für einen Einzug ins höchste deutsche Parlament eröffnet.
4 Frauen an der Spitze der Liste, vielleicht weil einige der Berliner Abgeordneten sich eine “freiwillige Selbstverpflichtung” auferlegt hatten, unbedingt weibliche Kandidaten an die Spitze der Landesliste zu bringen.
Mit allerlei Tricks versuchten sie die Aufstellungsversammlung zu beeinflussen, dieser Idee zu folgen bzw. das Wahlverfahren zu ändern, um ihren Wunschkandidatinnen bessere Chancen einzuräumen.
Eine fragwürdige Idee, eigentlich sollten die am besten geeigneten Kandidaten dort an der Spitze stehen, egal ob weiblich, männlich, Eichhörnchen oder Alien.
Insofern fühlte man sich zurückversetzt in die Zeiten des aggressiven Feminismus einer Alice Schwarzer.
Warum sollten Frauen besser geeignet sein?
Wer glaubt daran, dass Frauen bessere Politik machen?
Die Kanzlerin sollte uns längst eines besseren belehrt haben.

Was natürlich nicht heisst, dass die Spitzenkadidatin Cornelia Otto nicht auch bei einer ganz “normalen” Wahl auf Platz 1 gelandet wäre.
Aber der erste Mann auf Platz 5 der Liste, der zweite auf Platz 7, und damit wohl chancenlos einen Platz im Bundestag zu ergattern (vorausgesetzt, die 5%-Hürde verhindert das nicht für alle Kandidaten), da ist man geneigt an einen Geschlechterkampf zu glauben.

Wer die gesamte Liste – also das Wahlergebnis – noch sehen möchte, der schaue hier nach.

Wer sich darüber hinaus auch für die Stimmgewichtung bei den einzelnen Kandidaten interessiert, findet diese hier.
Das nicht ganz einfache Wahlverfahren mit 10 JA und 10 NEIN Präferenzen trug jedenfalls nicht dazu bei, dass Cornelia Otto an der Spitze landete, das wäre ohne Gewichtung der Präferenzstufen auch geschehen.

Generell hat jeder zu den nun gewählten Kandidaten seine Meinung, bei den 14 Piraten auf der Liste sind immerhin 6 der von mir gewählten, wenn ich auch eine andere Reihenfolge lieber gesehen hätte. Aber damit muss jeder nun leben, über 300 Stimmberechtigte haben am Sonntag darüber entschieden.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass die Spitzenkandidatinnen dem politischen Alltag und dem Medienrummel gewachsen sind. Hoffen wir weiter, dass alle von ihnen nervenstark genug sind, nicht durch unbedachte Äußerungen gegenüber Medienvertretern ihre Chancen bei den Wählern zu verspielen.
Denn genau darauf warten nun die etablierten Parteien und Politiker, nicht politische Ziele oder Aussagen sind vor der Wahl entscheidend, sondern die Leichen in den Kellern der anderen Kandidaten und wie viele davon man ans Licht zerren kann.
Politik ist ein schmutziges Geschäft.
Das kann man bedauern, aber diese Realitäten werden wir bis zum September nicht verändern können.”

 

Ende des Zitats.

 

Ich finde es nicht gut, daß so ein Text in besagter Rubrik auftaucht, da er mit der Fraktion nichts zu tun hat und auch nicht von einem Mitglied der Fraktion geschrieben wurde. Desweiteren finde ich es unpassend wenige Tage nach der Aufstellungsversammlung, die Kompetenz der Kandidatinnen der vorderen Plätze in Frage zu stellen, weil man mit der Politik der Kanzlerin unzufrieden ist. Ein solcher Pauschalschluß von einer bekannten Frau in der Politik, auf die politischen Fähigkeiten von Frauen generell, geht nicht. Wir haben viele gute Kandidatinnen und Kandidaten, die aber nicht alle auf den aussichtsreichen Plätzen sein können. Aber wir haben eine Liste mit 14 Menschen, denen die Versammlung und auch ich als Teil der Versammlung zutraue, die Piraten Berlin im Bundestag gut zu vertreten. 8 davon sind Frauen, 6 davon Männer. Es sind auch diskordianische Päpste dabei. Und wahrscheinlich auch noch viele weitere Kriterien, nach denen man Menschen in Gruppen teilen kann. Ich habe auf dieser Versammlung nach Kompetenz gewählt. Und die Menschen denen ich hohe Präferenzen gab, sind jetzt auf dieser Liste. Anscheinend haben einige andere das auch so gemacht. Zumindest wenn man sich mal die Rohdaten ansieht

Zu hoffen, daß die Kandidatinnen auf den vorderen Plätzen, dem Rummel und dem politischen Alltag gewachsen sind, wird diesen Kandidatinnen nicht gerecht.

 

Ich schreibe dies als Mitglied der Fraktion. Da ich noch nicht mit allen meinen Fraktionskollegen sprechen konnte, gibt es momentan noch kein Statement der Fraktion zum Thema. Sobald wir etwas dazu geschrieben haben, verlinke ich es natürlich hier.

14 Comments

b00tstrap

B00tstrap. Nein, keine Schuhfalle. Bootstrap Bill ist einer der Charaktere bei “Pirates of the Carribean”. Er ist dazu verdammt an Bord der Flying Dutchman zu verweilen. Laut Wikipedia war er  “a good pirate and a good man” und als ” Hector Barbossa, led a mutiny against Sparrow and left him stranded on a small island, Bootstrap was the only one who did not participate”,.

Zur Zeit steigen viele gute Leute bei den Piraten aus. Weil sie keinen Bock haben den ganzen Scheiß mitzumachen und tatenlos zuzusehen. Weil sie keine Lust haben Wahlkampf für selbsternannte Despoten zu machen, die dann bei erfolgreichem Wahlkampf in den Bundestag einziehen, nur weil sie aufgrund ihrer Beliebtheit/Bekanntheit im jeweiligen Landesverband auf ne Liste gewählt wurden. Unser einziges Schiff ist die Piratenpartei. Wir scheinen auch verdammt zu sein, auf einem Schiff, das jedem Tag drei Gates produziert. Aber das stimmt nicht. Wir haben die Möglichkeit der Doppelmitgliedschaft. .Neustart mal ander5.

Wenn die Piratenpartei es nicht schafft, ein verbindliches tool zu beschließen, daß eine online-Beteiligung möglich macht, mit dem man abseits klassischer Parteitage Satzung und Programm beschließen kann, machen wir halt nen f0rk. Das ist das gängige Prozedere. Ich nutze Linux Mint, weil da ein paar Leute nicht alles wollten, was Ubuntu so will. Also nimmt man den Teil, der cool ist und nimmt das, was man außerdem will, was im aktuellen Projekt unmöglich scheint. Bootstrapping quasi, oder auch Bootstraping. Damit ist es möglich alle guten Ideen der Piraten, die wir gut finden zu übernehmen, wie Plattformneutralität, freier Zugang zu Wissen, Bürgerbeteiligung, Transparenz, echte Basisbeteiligung zu Wahlprogramm und Satzung und das ganze 24/7. Und konkrete Forderungen zu gesellschaftlicher Teilhabe. Und alles mögliche andere.

Wir sind die mit den Fragen. Wir sind die mit den Ideen. Wir sind die, denen es egal ist, ob auf ner politischen Veränderung unser Name drauf steht. Wir sind die, die ne konkrete Vorstellung haben, wie ne neue, bessere Welt aussehen soll. Wir sind die, die euch mit Zeitreiseanträgen, Marsbesiedlung, Einführung einer weltweit einheitlichen Zeit auf den Sack gehen. Wir wollen eine Vision für eine Zeit, in der Menschen um vorhandene Ressourcen kämpfen. In der Öl nicht mehr dauerhaft einen hohen Lebensstandard sichert. Eine Welt in der Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt und auch Autofahren, Düngemittel auf Ölbasis nicht selbstverständlich sind. Wo wir Visionen entwickeln entwickeln, wie wir Strom erzeugen ohne nuklearen Abfall zu erzeugen. Wo wir Ideen entwickeln, wie wir unseren Energiebedarf aus Energiequellen, wie Sonne, Wind und anderen vorhandenen Quellen bedienen.

Wir sind die, die eure scheinheilige verlogene Lebensweise hinterfragen, deren Reichtum auf der Ausbeutung der sogenannten Drittweltländer basiert. Wenn das für die piratenpartei zu links und zu wenig vorne ist, bin ich gern bereit das zu f0rken. Macht dann bitte euren kleinkrämerischen Dackelzüchterverien und achtet darauf, daß auf der Vorständeliste keine ironischen Kommentare geschrieben werden. Wir sind die, die sich grad aus der Partei verabschieden, die keinen Bock auf eure Machtspiele haben. Einige von uns treten aus der Partei aus, andere verlieren die Bindung an die Strukturen der Piratenpartei. Weil unsere Ideen unabhängig von irgendeinem Parteilabel sind. Es sind unsere Ideen und bisher haben wir sie in die Piratenpartei eingebracht. Wir können die auch an anderen Stellen einbringen.

Wir sind aber auch die, die nicht einfach zusehen, wie dieses Projekt gegen die Wand gefahren wird, weil einigen Leuten die progressiven Ideen zu progressiv sind und gefestigte Strukturen gefährden. Wir sehen eine gesellschaftliche Veränderung. Und wir wollen das politisch mitgestalten. Und wir stellen fest, daß in der eigenen Partei gebremst wird. Mit angezogener Bremse fährt es sich schlecht. Mit nicht gesetzten Segeln genauso. Wir wollen zum Horizont segeln ohne die Bedenkenträger zu hören, die uns einflüstern, daß am Rand der Welt ein großer Wasserfall ist und man sich dem Rand nur auf eine bestimmte Entfernung nähern darf. Und die Elefanten und die Schildkröte. Nein. Wir wollen weiterfahren. Die Welt umsegeln.

Wir wollen keine “Wir sind post gender”-Erklärungen, sondern die konkrete Benennung gesellschaftlicher Probleme. Wir wollen Beteiligung für alle. Und nur ein “Wir sind post gender, alles super” reicht da nicht. Wir möchten keine Bundesfürsten, die uns erklären, daß wir für unser Handeln Verantwortung tragen, ohne selbst das eigene Verhalten zu reflektieren.

Wir wollen diese Piratenpartei. Nur in geiler. Und wir können das machen. Ohne die Parteimitgliedschaft bei den Piraten aufzugeben. Zur Zeit versuchen wir diese geileren Ideen bei den Piraten durchzusetzen. Ob das klappt wird die Zukunft zeigen. Wenn das Projekt B00tstrap geiler läuft, kann man natürlich auch nur da Mitglied sein. Aber viele von uns haben in den letzten Jahren viel Arbeit, Zeit und Geld in dieses Piratenprojekt gesteckt. Und bis der Frankfurter Kranz ne Partei gründet, is ja auch noch etwas hin. Wenn das überhaupt was wird. Kann ja sein, daß die mit den Piraten in den Bundestag einziehen. Aber erstens will ich das nicht und zweitens muß da schon was passieren, daß wir plötzlich von <3%< die 5% schaffen. Und das seh ich grad nicht.

Nicht mal, wenn wir in Neumarkt ein Programm beschließen. Und daß wir in Neumarkt mehr Programm behandeln, als in Bochum, ist eher unwahrscheinlich. Wir könnten natürlich die SMV oder anderes beschließen, daß es uns ermöglicht auch zwischen Parteitagen Programme und andere Beschlüsse zu fassen und vielleicht auch mal was zu tagespolitischen Dingen zu sagen. Aber dieses Problem, daß wir seit 2009 nicht wissen, was die Basis denkt, haben wir bis jetzt nicht geklärt. Und nur am liquid rumnörgeln macht es nicht besser.

Wir haben die Chance als Piraten was zu verändern, oder das Ding fährt gegen die Wand. Dann steigen wir halt aus und besteigen ein neues Schiff. Mit mehr Glitzer. Und Solarpanels. Und allem was wir wollen. Wir nennen es vielleicht MS B00tstrap. Aber der Name ist ja egal. Hauptsache wir haben geile Themen.